Blick auf die Anzeige am Sitzungssaal im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages vor der entscheidenden Sitzung des Haushaltsausschusses zum Bundeshaushalt 2025.
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Haushalt 2025
22,36 Milliarden Euro für Forschung im Bundeshaushalt

Der Bundestag hat endgültig über die Budgets der Ministerien im Haushalt 2025 abgestimmt. Der Einzelplan 30 des BMFTR wurde angenommen.

18.09.2025

zuerst veröffentlicht am 05.09.2025, aktualisiert am 18.09.2025

Der Haushalt 2025, an dem die Ampel-Koalition im vergangenen Herbst zerbrochen ist, steht: Am 18. September hat der Bundestag endgültig über die Budgets der Bundesministerien abgestimmt. Schon am 17. September hatte der Bundestag Einzelplan 30 des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) angenommen. Dafür stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD, dagegen die Oppositionsfraktionen AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, wie der Bundestag mitteilt.

Knapp zwei Wochen zuvor hatte der Haushaltsausschuss den Bundesetat für 2025 abschließend beraten. Am Einzelplan 30 wurden gegenüber dem im Juli vorgelegten Entwurf nur geringe Änderungen vorgenommen, die sich laut Mitteilung des Bundestags fast ausgleichen. Das BMFTR darf für Forschung im aktuellen Jahr 22,36 Milliarden Euro ausgeben, wie aus der Bereinigungssitzung am 4. September hervorging, die bis in die Abendstunden dauerte. Die Verhandlungen seien in diesem Jahr besonders früh abgeschlossen gewesen sein, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten.
 

Zwei Millionen Euro mehr für Long-Covid-Forschung

Ursprünglich waren Forschungsausgaben in Höhe von 22,38 Milliarden Euro geplant, so der Bundestag. Die Förderung von Sprunginnovationen solle nun zwei Millionen weniger erhalten und bekomme 218,1 Millionen Euro. Demgegenüber solle der Titel „Gesundheitsforschung, Medizintechnik und globale Gesundheit“ um zwei Millionen Euro wachsen, um die Grundlagenforschung im Bereich Long Covid zu stärken.

27 Millionen Euro sind im aktuellen Jahr für das 1.000 Köpfe-Plus-Programm vorgesehen. Das berichtet der Briefing-Dienst Table.Media am 18. September. Das Programm soll ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Wechsel nach Deutschland ermöglichen. Für die Unterstützung von bedrohten Forschenden sollen nach Informationen von Table.Media ebenfalls noch in 2025 250.000 Euro in das Beratungsangebot SciComm-Support investiert werden.

Der Einzelplan 30 enthält weiterhin Ausgaben im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG), das künftig im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend verortet sein soll. Ausgaben für Raumfahrt sind nach wie vor im Plan des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden. Allerdings wurde der Titel "Raumfahrt – Informationssicherheit" auf Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD in den BMFTR-Haushalt eingefügt, teilte der Bundestag am 5. September mit. Dafür seien 400 Millionen Euro an Verpflichtungsermächtigungen in den kommenden Jahren bis 2029 eingestellt worden.

Neuverschuldung von über 140 Milliarden Euro

Im Jahr 2025 sollen die Bundesausgaben laut Bundestag insgesamt rund 502,5 Milliarden Euro betragen. Somit plant die Bundesregierung, 460 Millionen Euro weniger auszugeben als im Haushaltsentwurf vorgesehen war. Die Neuverschuldung im Kernhaushalt bleibe bei knapp 82 Milliarden Euro. Dazu kommen laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) Kredite für Sondertöpfe für die Bundeswehr und Infrastruktur, so dass die Neuverschuldung bei mehr als 140 Milliarden Euro liegen soll. Keine Veränderungen seien bei den Steuereinnahmen vorgesehen. Die Investitionen steigen leicht um vier Millionen auf 62,73 Milliarden Euro.

Während die Haushaltsexpertinnen und Haushaltsexperten der Regierungskoalition laut Medienberichten mit den Ergebnissen der Bereinigungssitzung zufrieden sind, kommt aus den Reihen der Koalition Kritik: Es geht dabei um die Finanzierung der Hightech-Agenda. Aus dem Sondervermögen sollen 5,5 Milliarden Euro für sie bereitstehen. Das kritisieren vor allem die Grüne und die Linke. Sie argumentieren, das Sondervermögen gleiche Kürzungen im Kernhaushalt aus, ohne dass man den tatsächlichen Bedarfen des Wissenschaftssystems gerecht würde.  

Der nun beschlossene Haushalt gilt noch für drei Monate. Bisher hatten die Ministerien mit einer vorläufigen Haushaltsführung gearbeitet. Laut dpa laufen die Beratungen für den Bundeshaushalt 2026 bereits.

cpy