Portraitfoto von Prof. Dr. Bernhard Kempen
Deutscher Hochschulverband/Till Eitel

DHV-Präsident Kempen
"Ampel setzt richtige hochschul-politische Akzente"

Der Deutsche Hochschulverband ist angesichts der hochschulpolitischen Vorhaben der Ampel optimistisch. Der Koalitionsvertrag enthalte viel Positives.

25.11.2021

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat sich mit den Vorhaben im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP zufrieden gezeigt. Die Vereinbarungen, die die Hochschulen betreffen, machten Mut und könnten einen Aufbruch markieren, erklärte DHV-Präsident Professor Bernhard Kempen am Donnerstag. Der Vertrag "enthält Positives für die Hochschulen, die im Vertragswerk zu Recht als 'Herz des Wissenschaftssystems' gewürdigt werden", so Kempen.

Besonders lobte er die Bereitschaft der künftigen Ampel-Koalition, "trotz knapper Kassen in der kommenden Legislaturperiode" in die Zukunft investieren zu wollen, indem sie den Anteil der staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhe. Das sei wichtig für die deutsche Forschung, um sich im internationalem Wettbewerb behaupten zu können.

Als "sehr erfreuliches Aufbruchssignal" bezeichnete der DHV-Präsident zudem die Absicht der Parteien, ab 2022 den "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken" dynamisieren zu wollen, analog zum "Pakt für Forschung und Innovation". Kempen wertete dies als ein überfälliges Ende der "systematischen Schlechterstellung" der Hochschulen gegenüber den außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Nach Ansicht des DHV ebenfalls "sehr gute Nachrichten": Das Professorinnenprogramm soll mit der Ampel-Koalition weiter gestärkt und das Tenure-Track-Programm verstetigt und ausgebaut werden. Der Hochschulverband sei zudem "für sinnvolle Reformen offen", die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verlässlichere und attraktivere Karrierewege ermöglichten. Er verwies dabei auf das vom DHV entwickelte Y-Modell.

Auch AvH und HRK unterstützen die politischen Pläne

Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) wertete den Koalitionsvertrag in einer Mitteilung am Donnerstag als "Aufbruchssignal" und begrüßte die wissenschaftspolitischen Pläne der neuen Bundesregierung. Sie erwarte "positive Wirkungen auf die internationale Attraktivität Deutschlands als Forschungsstandort".

"Die Politik hat die Wünsche der Wissenschaft gehört", freute sich Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, und betonte dabei die Bereiche Internationalisierung, Digitalisierung, Transfer sowie Ausstattung und Perspektiven für Forschung und Karrieren in der Wissenschaft. Besonders hob er die im Vertrag vorgesehene Erhöhung der Mittel von Humboldt-Stiftung und DAAD um jährlich drei Prozent hervor. Die AvH werde "die Politik nach Kräften unterstützen", um deren ehrgeizige Ziele zu erreichen, betonte Pape.

Auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zeigte sich am Donnerstag mit den Plänen der Ampel-Parteien überwiegend einverstanden.

aktualisiert um 16:57 Uhr, zuerst veröffentlicht um 10:43 Uhr

ckr

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