Streikende Menschen im Januar 2026, auf einem Schild steht "Streik bis zum Sommer".
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Tarifstreit
Aufruf zu bundesweiten Streiks an Hochschulen

Im Rahmen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder sind an vielen Hochschulen Warnstreiks angekündigt. Es geht um höhere Gehälter.

28.01.2026

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat für den 28. Januar zu einem Campus-Warnstreiktag aufgerufen. Demnach werden bundesweit in über 60 Städten Beschäftigte aus Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen für ihre Tarifforderungen demonstrieren. An mehr als 40 Standorten sollen zudem Warnstreiks stattfinden.

Es geht um eine bessere Vergütung der nicht-verbeamteten Mitarbeitenden, die nach dem Tarifvertrag der Länder (Tv-L) bezahlt werden. Dazu gehören an den Hochschulen die Mitarbeitenden in Verwaltung und Lehre sowie von Bibliotheken, Laboren und Mensen, ebenso wie Beschäftigte in technischen Bereichen, im Gebäudemanagement und im Service. Ausgenommen sind die Beschäftigten in Hessen, da das Bundesland nicht Teil der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist.

In Hessen findet laut dem Verdi-Landesverband parallel zum Campus-Warnstreiktag am Mittwoch ein Hochschulaktionstag statt. An zahlreichen Hochschulen seien Aktionen geplant, bei denen Beschäftigte und Studierende für ihre Forderungen werben, darunter "bessere Arbeits- und Studienbedingungen durch eine bedarfsgerechte Ausfinanzierung der Hochschulen und des Studiums". In Hessen beginnen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst am 27. Februar. 

Weitere Streiks an den Universitätskliniken

Heute sind nach gestern zudem erneute Streiks an den Universitätskliniken geplant. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Arbeitsniederlegungen gegeben. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) hatte Verdi NRW anlässlich der Warnstreiks in den vergangenen Wochen erklärt, dass in der Folge der Streiks an den Universitätskliniken ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu rechnen sei. Per Notdienstvereinbarung sei aber die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gewährleistet.

An den Unikliniken zielen die Streiks auf die Erhöhung der Gehälter von Pflegerinnen und Pflegern sowie Labor-, Verwaltungs- und Servicemitarbeitenden ab. Um Ärztinnen und Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen gesonderten Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.

Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft

Verdi fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich aber mindestens 300 Euro, für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Zudem will die Gewerkschaft durchsetzen, dass der Tv-L zukünftig auch für die etwa 300.000 studentischen Hilfskräfte gilt.

Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder hatten im Dezember 2025 begonnen. In der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar 2026 hatte die Tarifgemeinschaft kein verbindliches Angebot vorgelegt. Die nächste abschließende Verhandlungsrunde soll am 11. und 12. Februar stattfinden. Weitere Warnstreiks könnten folgen.

aktualisiert am 28.01.2026 um 10.57 Uhr [Ergänzung des Absatzes zu Hessen], zuerst veröffentlicht am 27.01.2026

cpy