Straße in Berlin Kreuzberg
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March for Science Berliner Forscher planen Aktionen in Kiezen statt Demo

Die Aktionen beim March for Science sollen in diesem Jahr abwechslungsreicher ausfallen. In der Hauptstadt Berlin steht einiges an.

13.04.2018

Von der Straße in die Kneipen: Der Wissenschafts-Protest "March for Science" gegen alternative Fakten verlagert sich an diesem Samstag in Berlin in die Kieze. In mehr als 20 Kneipen und Cafés in der Stadt wollen Forscher den Menschen ihre Arbeit vorstellen und mit ihnen diskutieren, wie die Organisatoren ankündigten. Die über den ganzen Tag verteilten Aktionen stehen unter dem selbstkritischen Namen "Kieznerds" und sollen dazu beitragen, den Beitrag der Wissenschaft zum Gemeinwesen zu verdeutlichen.

Man habe sich in Berlin bewusst gegen eine Neuauflage der Demo von 2017 entschieden, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Diese sei mit rund 11.000 Teilnehmern einzigartig gewesen. In anderen Städten in Deutschland und im Ausland sind auch in diesem Jahr wieder Demonstrationszüge angekündigt. Insgesamt acht Orte planen nach aktuellem Stand wie Berlin Diskussionsveranstaltungen oder andere Angebote, bei denen Bürger mit Wissenschaftlern direkt ins Gespräch kommen können.

Die Themen, die in den Berliner Kneipen zum Gesprächsstoff werden sollen, reichen von Solarenergie über Marsvulkane bis hin zu Fledermäusen und Zebrafischen. Es geht aber auch ganz bürgernah: "Was ist mit unserem Wetter los? Ist morgen schon Klimawandel?" lautet der Titel einer Aktion in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Im vergangenen Jahr waren international Zehntausende zum "March for Science" auf die Straße gegangen. Viele Forscher, aber nicht nur diese, wollten damit ein Zeichen gegen Wissenschaftsfeindlichkeit in vielen Ländern setzen. Sie kritisierten auch die Missachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Teilen der Gesellschaft, etwa im Hinblick auf den Klimawandel. Insbesondere in den USA richtete sich die Bewegung auch stark gegen die Rhetorik von Donald Trump. 

dpa/kas