Fusionsforschung
BMFTR gibt die geförderten Hubs bekannt
Mit insgesamt 125 Millionen Euro und in Zusammenarbeit mit 34 Partnereinrichtungen werden drei sogenannte Fusionshubs gefördert, um die Kernfusion durch Forschung in den Bereichen Magnetfusion, Laserfusion sowie Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung kommerziell nutzbar zu machen. In den Einrichtungen sollen Wissenschaft, Start-ups und Industrie vernetzt und der Aufbau einer deutschen Fusionslandschaft ermöglicht werden. Dies teilte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär am heutigen Mittwoch in einer Pressekonferenz mit und stellte die Bewerber vor, die den Zuschlag für die Förderung erhalten haben.
Neben der Bundesministerin nahmen auch Ressortkolleginnen und -kollegen aus den Ländern an der Veranstaltung teil: Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, Forschungsstaatssekretär Christoph Degen aus Hessen, Wissenschaftsministerin Dorit Stenke aus Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsstaatssekretärin Susanne Bowen.
Hubs verteilen sich auf mehrere Standorte
Bär erklärte, dass die Fusionshubs ihre Managementstrukturen ab sofort aufbauen könnten. Zudem werde in jedem Zentrum jeweils ein Forschungs- und ein Entwicklungsprogramm eingerichtet. In einer Beschreibung der Fusionshubs, die das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) veröffentlicht hat, heißt es, dass die drei Forschungsknotenpunkte bis 2029 in sechs Phasen um geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte erweitert würden. "Perspektivisch sollen anwendungsnahe Ergebnisse entstehen, die auch Wertschöpfung über die Fusion hinaus ermöglichen – etwa bei Hochleistungslasern oder der Hochtemperatur-Supraleitung", so das Ministerium.
Magnetfusion
Der Magnetfusionshub „STRIDE“ werde gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) sowie den Start-ups Proxima Fusion und Gauss Fusion koordiniert, kündigte Bär an. Hauptstandorte des Hubs würden Garching bei München und Gundremmingen. Beteiligt ist außerdem das Land Mecklenburg-Vorpommern. Ziel des Hubs sei es, Magnetfusion kraftwerktauglich zu machen, führte die Ministerin aus.
Laserfusion
An den Standorten Biblis in Hessen, Hamburg und Schenefeld in Schleswig-Holstein ist der Laserfusionshub „VEGA“ geplant. Die Koordination sollen die Start-ups Marvel Fusion und Focused Energy übernehmen. Als alternative Kraftwerkstechnologie werde die Laserfusion von den beteiligten Partnern erforscht und weiterentwickelt, so Bär.
Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung
Den Zuschlag für den Hub „MAT-TRIX“ bekommt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Hier soll die Forschung zu Brennstoffkreisläufen sowie Materialien, die hoher Hitze und intensiver Neutronenbelastung standhalten können, ausgebaut werden. In den Hub seien alle deutschen Fusions-Start-ups eingebunden, betonte Bär.
Olschowski sieht Chance für Hochschulen
Petra Olschowski hob auf der Pressekonferenz die Möglichkeit zur Nachwuchsförderung hervor, die durch das Programm gestärkt würde. "Die Hochschulen und Universitäten können weiter in die Ausbildung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern investieren", sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin.
Markus Blume erklärte, das Land Bayern habe im Zuge des "Masterplans Fusion" bereits sechs Professuren und acht Nachwuchsgruppen eingerichtet. Zudem seien neue Studiengänge entstanden, um den "Talentpool" zu vergrößern.
Vertreter des KIT reagierten erfreut auf die Bekanntgabe der Hubs. KIT-Präsident Jan S. Hesthaven erklärte in einer Pressemitteilung: "Unsere Expertise und unsere einzigartigen Infrastrukturen machen das KIT zu einem idealen Standort. Mit dem Fusions-Hub in Karlsruhe können wir unsere Forschung an den zentralen Voraussetzungen künftiger Fusionskraftwerke gezielt weiter vorantreiben." Die Fusionsenergie habe das Potential, enorm viel Energie bereitzustellen, fügte Professor Christoph Kirchlechner, Sprecher des Programms Fusion am KIT, hinzu. "Am KIT arbeiten wir daran, diese möglichst rasch praktisch nutzbar zu machen."
Aktueller Heft-Schwerpunkt 7/2026: Fusionsforschung
In der Juli-Ausgabe von Forschung & Lehre geht es um die Fusionsforschung und das Vorhaben, die Energie der Sonne auf der Erde nutzbar zu machen. Kernfusion verspricht, eine unerschöpfliche und klimafreundliche Form der Energiegewinnung zu sein, ist aber technisch und ökonomisch anspruchsvoll. Wo stehen Magnet- und Laserfusion heute? Welche Rolle spielt Deutschland in diesen Forschungsbereichen?
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hae