Kommentar
Brain Gain?
Rechtzeitig vor der Haushaltswoche im Bundestag hat Bundesministerin Bär die – nach offizieller Schreibweise ihres Ministeriums – "Hightech_Agenda_Deutschland" und das "1 000-Köpfe-Plus-Programm" öffentlichkeitswirksam präsentiert. Die Ziele sind anspruchsvoll formuliert, die Details meist eher vage.
Gerade beim "1 000-Köpfe-Plus-Programm" entpuppt sich eine zunächst dank unkonventioneller Typografie fesch anmutende Politik mit Unterstrichen als eine Politik mit Fragezeichen. Mit den über 600 Millionen Euro, die nach eher wohlwollenden Berechnungen für dieses Programm im Laufe der Legislaturperiode fließen sollen, lassen sich kaum große Sprünge machen. Bis zu fünf Millionen Euro betragen schon die Kosten für eine Humboldt-Professur, mit der die Humboldt-Stiftung erfolgreich Spitzenleute nach Deutschland lotst. Neben ihr sollen aber auch DFG und DAAD vom Förderkuchen profitieren und neben den Top Shots auch Studierende und Promovierende angesprochen werden.
1.000 Köpfe plus? Vor dem Hintergrund der stets etwas verdruckst geführten Debatte, ob ein durch US-Präsident Trump verursachter Brain Drain in den USA zum Brain Gain für Deutschland werden kann, klaffen Anspruch und Wirklichkeit vorerst auseinander. Ob sich das ändern wird? Stand jetzt ist das fraglich.