Medizin
Bundesregierung stärkt Forschung zu ME/CFS
Die Bundesregierung investiert 500 Millionen Euro in die Forschung zu Postinfektiösen Erkrankungen. 2026 bis 2036 soll die Nationale Dekade gegen diese Erkrankungen werden, die laut Mitteilung des Ministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) dazu dienen werde, "Ursachen, Grundmechanismen und darauf aufbauend Therapieoptionen für Betroffene zu erforschen".
Zu den postinfektiösen Erkrankungen gehört die Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). In Deutschland lebten Ende 2024 etwa 650.000 Menschen mit der komplexen Multisystemerkrankung. Von Long COVID waren zum gleichen Zeitpunkt etwa 870.000 Menschen in Deutschland betroffen. Dies geht aus einem Bericht der ME/CFS Research Foundation vom Mai dieses Jahres hervor, der die Kosten ermittelt, den diese Krankheiten in Deutschland hervorrufen. Demnach haben Long COVID und ME/CFS Deutschland im Jahr 2024 allein etwa 63,1 Milliarden Euro gekostet.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betont in der Mitteilung ihres Ministeriums die Bedeutung der geplanten Investitionen für die Betroffenen, deren Versorgung nachhaltig verbessert werden müsse. "Für ME/CFS und postvirale Autoimmunerkrankungen gibt es nach wie vor keine einfachen Lösungen oder Therapien, und bisherige wissenschaftliche Studien belegen die Komplexität der Krankheitsmechanismen", so die Ministerin.
Konkret sei geplant, unterschiedliche Forschungsprojekte zusätzlich zu fördern, klinische Studien zu stärken, in den wissenschaftlichen Nachwuchs zu investieren, um langfristig die Zahl der Expertinnen und Experten zu erhöhen und die Datenlage zu verbessern. Beispielsweise solle durch eine zusätzliche Sequenzierung der Genome von betroffenen und nichtbetroffenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Gesundheitsstudien eine Basis für neue Erkenntnisse im Bereich der Krankheitsmechanismen ermöglicht werden.
cpy