Sonderzahlungen
DHV fordert bessere Renten für DDR-Professoren

Der Hochschulverband plädiert für eine Ausgleichszahlung an Wissenschaftler, die wegen ihrer Systemkritik erst in der Wendezeit berufen wurden.

03.09.2018

Angesichts der Sonderrenten für Staatsbedienstete der DDR fordert der Deutsche Hochschulverband Sonderrenten für die sogenannten Übergangs-Professoren. Das seien Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die wegen einer systemkritischen Haltung zur DDR erst in der Wendezeit berufen wurden, sagte der Landesvorsitzende des Deutschen Hochschulverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Rüdiger Köhling, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Professorinnen und Professoren hätten wenig Zeit gehabt, in die Rentensysteme einzuzahlen, zur Verbeamtung seien sie zu alt gewesen. Diese Menschen, die in der DDR Unrecht erlitten hatten oder zumindest benachteiligt worden seien, würden bei den Altersbezügen nun wieder ungerecht behandelt. Sie sollten nach Ansicht des Hochschulverbandes eine monatliche Sonderrente von mindestens 500 Euro aus einem Fonds erhalten, der zum Beispiel von Land und Bund getragen werden könnte.

Im Schnitt 700 Euro weniger Rente

Nach Angaben des Verbandes liegt die derzeitige Rente der Übergangs-Professoren um etwa 700 Euro unter der von DDR-Bestandsrentnern. In der öffentlichen Wahrnehmung sähen sich die Betroffenen zudem "in einen Topf geworfen" mit ehemaligen DDR-Professoren oder Ex-Mitarbeitern von Armee und Polizei.

Derzeit bekommen rund 1,3 Millionen Menschen Geld aus Sonder- und Zusatzrentensystemen der DDR. Finanziert wird dies nicht wie die reguläre Rente von der Rentenversicherung, sondern vom Staat: Der Bund zahlt 40 Prozent und die Ost-Länder 60 Prozent.

Nach Einschätzung von Köhling dürften in ganz Ostdeutschland nur noch wenige hundert ehemalige Übergangs-Professoren leben. Sie seien zumeist alt und hätten kaum die Kraft, für ihr Recht zu kämpfen – und sie hätten keine Lobby. Die Politik sehe sich rechtlich nicht im Zwang, aktiv zu werden. Dem Hochschulverband bleibe nur, auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen.

dpa