Positionspapier
DHV fordert verlässliche Leistungszulagen jenseits der Professur
Der Deutsche Hochschulverband (DHV) fordert in einem Positionspapier, besondere Leistungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch außerhalb der Professur verlässlich, transparent und angemessen zu honorieren.
"Wer neue, eigenständige Stellenprofile neben der Professur schaffen will, muss besondere Leistung auch finanziell anerkennen."
DHV-Präsident Professor Lambert T. Koch
"Wissenschaft entsteht im Team. Forschende jenseits der Professur übernehmen bei der Konzeption, Durchführung und Koordination von Projekten vielfach zentrale Verantwortung und tragen entscheidend zum Erfolg bei", erklärte DHV-Präsident Professor Lambert T. Koch laut Pressemitteilung des Verbands vom 20. Juli. Dies gelte insbesondere für Drittmittelprojekte – unabhängig davon, ob die Betroffenen selbst antragsberechtigt seien oder wesentliche Beiträge innerhalb eines Teams leisteten. "Wer neue, eigenständige Stellenprofile neben der Professur schaffen will, muss besondere Leistung auch finanziell anerkennen", so Koch.
DHV: Leistungszulagen für Tarifbeschäftigte zu selten genutzt
Die rechtlichen Möglichkeiten würden bislang jedoch nicht konsequent genutzt und wiesen Lücken auf. Für tarifbeschäftigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erlauben der Tarifvertrag der Länder (TV-L) und weitere einschlägige Tarifverträge bereits Leistungszulagen, Leistungsprämien und unter bestimmten Voraussetzungen Sonderzahlungen aus privaten Drittmitteln, so der DHV. Auch in der A-Besoldung könnten in vielen Ländern Leistungszulagen und -prämien gewährt werden. Ein eigenes Instrument für drittmittelbezogene Sonderzahlungen an verbeamtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fehle dort allerdings bislang.
Der DHV fordert deshalb,
- in allen Ländern durchgängig Leistungszulagen und Leistungsprämien – auch für sämtliche A-Besoldungsgruppen – zu ermöglichen und diese Optionen transparent zu machen.
- Zusätzlich sollten drittmittelbezogene Zulagen eingeführt werden, die sich an den Forschungs- und Lehrzulagen der W-Besoldung sowie an den tarifvertraglichen Sonderzahlungen orientieren.
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssten zugleich die bereits bestehenden tarif- und besoldungsrechtlichen Spielräume konsequent ausschöpfen.
- Unverzichtbar sind dem Verband zufolge transparente Verfahren mit klaren Kriterien und nachvollziehbaren Entscheidungen.
- Berücksichtigt werden müssten sowohl die eigenständige Einwerbung von Drittmitteln als auch substantielle Beiträge zu Antragstellung und Projektdurchführung sowie herausragende Leistungen außerhalb des Drittmittelbereichs.
"Finanzielle Anerkennung ist ein Kernbaustein moderner Personalentwicklung", betonte Koch. "Faire Zulagen für alle, die zum Erfolg beitragen, stärken Motivation und Leistungsgerechtigkeit. Sie erhöhen die Attraktivität wissenschaftlicher Karrierewege jenseits der Professur und damit unseres gesamten Wissenschaftssystems." Der DHV-Präsident hob hervor, dass Zulagen zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sicherten.
cva