In den Ausstellungsräumen einer Messe sind im Hintergrund verschwommen Personen und im Vordergrund Malkreiden für Kinder zu sehen.
picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Positionspapier
Didacta kritisiert Konkurrenz von Kitas und Unis beim Sondervermögen

Aus Sicht der Bildungswirtschaft lässt die Bundesregierung Bildungsbereiche um Gelder wetteifern. Das ist laut Positionspapier ein Strategiefehler.

10.03.2026

Es ist "irritierend", dass die Bundesregierung Kitas und Hochschulen beim Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) miteinander konkurrieren lasse. So steht es im Positionspapier des Didacta Verbandes, das dieser zum Start von Europas größter Bildungsmesse am 10. März veröffentlicht hat. Immerhin kündige der Koalitionsvertrag der Bundesregierung Mittel für Neubau, Ausbau, Sanierung und Modernisierung in der frühen Bildung an. 

"Es ist unfair, beide Bildungsbereiche auf diese Weise in Konkurrenz um knappe Mittel zu bringen", heißt es seitens des Verbands. Er vertritt nach eigenen Angaben rund 240 Unternehmen im Bereich Ausstattung, Einrichtung, Handel, Herstellung didaktischer Materialien, Informationstechnologie sowie Verlage, Stiftungen, Träger von Kindertagesstätten (Kitas) und Fachorganisationen. Die Aufteilung der Gelder sei laut der Interessenvertretung ein strategischer Fehler, da Investitionen am Anfang der Bildungskette die höchsten Renditen erzielten. 

Der didacta Verband bezieht sich mit seinen Forderungen auf die Entscheidung der Bundesregierung, es den Ländern zu überlassen, wie sie die jährlich eine Milliarde Euro für Sanierungsmaßnahmen zwischen den Bildungsbereichen aufteilen wollen. Zuvor hatte in einem Finanzplan des Bundes für die Jahre bis 2029 gestanden, in den Bereich frühkindlicher Bildung sollten jährlich 940 Millionen Euro fließen und lediglich 60 Millionen in den Hochschulbau. Dies war unter anderem von der Wissenschaftsministerkonferenz und vom Bundesrat kritisiert worden. 

Bund und Länder haben sich in Folge der flexibleren Verteilung bereits Anfang Februar im Rahmen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz auf ein Investitionsprogramm zur Modernisierung und Sanierung von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen geeinigt. In der Vereinbarung wird betont, dass den Ländern aus dem SVIK weitere Mittel in Höhe von 100 Milliarden Euro für Investitionen in die Infrastruktur zur Verfügung stünden.

cva