EU-Forschungsförderung
ERC wählt 349 Forschende für Consolidator Grants aus
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 349 Forschende für die diesjährigen Consolidator Grants ausgewählt. Das teilte der ERC am 9. Dezember in einer Pressemitteilung mit. Die Fördermittel im Umfang von 728 Millionen Euro richten sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit sieben bis zwölf Jahren Berufserfahrung nach der erfolgreichen Verteidigung ihrer jeweiligen Dissertation. Mit den finanziellen Zuwendungen sollen sie ihre eigenen Forschungsideen verfolgen können.
Mit Mitteln des Forschungsförderungsprogramms Horizon Europe unterstützt die EU damit nach eigenen Angaben Spitzenforschung an Universitäten und Forschungszentren. 3.121 Bewerbungen seien für die aktuelle Ausschreibungsrunde eingegangen. Jedes geförderte Projekt bekommt etwa zwei Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren. Ekaterina Sachariewa, EU-Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation, sagte dazu: "Das Rekordbudget von 728 Millionen Euro, das zur Unterstützung dieser wissenschaftlichen Projekte investiert wurde, zeigt, dass die EU es ernst meint, den Kontinent für hervorragende Forschende attraktiv zu machen."
Geförderte, ihre Projekte und ihre Gastländer
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler planen dem ERC zufolge, ihre Forschung an Universitäten und Forschungszentren in 25 Ländern durchzuführen, darunter das Vereinigte Königreich (65 Förderungen), Deutschland (58 Förderungen), die Niederlande (40 Förderungen) und Spanien (26 Förderungen). Bei 44 Nationalitäten kommt die größte Gruppe aus Deutschland (48), gefolgt von Italien (37) und Großbritannien (33). Davon sind etwa 38 Prozent Frauen.
Der ERC stellt einige geförderte Projekte beispielhaft vor:
- So habe ein Chemiker in Slowenien das Ziel, angetriebene Proteinmotoren zu bauen.
- Eine Forscherin, die an der Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie in den Niederlanden arbeite, werde Quantensensorik nutzen, um Sepsen in einem frühen Stadium zu erkennen.
- Ein Materialwissenschaftler in Spanien plane Nanopartikel zu entwerfen, um Tumorzellen zu bekämpfen.
- Eine Psychotherapeutin in Italien habe vor, einen Algorithmus für die psychologische Versorgung zu entwickeln, um vorhersagen zu können, wie Kinder auf psychische Gesundheitsinterventionen reagieren könnten.
- Eine Historikerin in Polen beabsichtige, den Niedergang des Spätrömischen Reiches in seinen Provinzen zu untersuchen.
Die Präsidentin des Europäischen Forschungsrats, Professorin Maria Leptin, sagte: "All dieses Talent mit bahnbrechenden Ideen in Europa zu sehen, ist wirklich inspirierend. Diese mutige Forschung könnte durchaus zu neuen Industrien führen, das Leben verbessern und Europas globale Stellung stärken."
Leptin zufolge war dies einer der wettbewerbsintensivsten ERC-Ausschreibungen aller Zeiten, gekennzeichnet durch eine Nachfrage in Rekordhöhe und einer Vielzahl an hervorragenden Projekten, die nicht alle finanziert werden können. Es sei eine weitere Erinnerung daran, wie dringend der Ruf nach mehr EU-Investitionen in Grundlagenforschung geworden ist.
cva