US-Haushaltsentwurf 2027
Forschung muss erneut mit Einschnitten rechnen
Die Trump-Regierung führt ihre bisherige haushaltspolitische Linie fort. Für 2027 plant sie die Kürzung aller nicht-verteidigungsbasierten Etats um zehn Prozent, während die Verteidigungsausgaben um 42 Prozent ansteigen sollen. Das kündigte die Regierung Anfang April im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Haushaltsplans an. Im "President's Budget" ist demnach vorgesehen, das Verteidigungsbudget von einer auf 1,5 Billionen Dollar zu erhöhen. Nicht-verteidigungsbezogene Bereiche, darunter Einwanderungs-, Klima und Bildungsprogramme, müssten mit Kürzungen von 73 Milliarden Dollar rechnen.
Russell T. Vought, Chef des Haushaltsbüros im Weißen Haus, bezeichnet die Pläne im Vorwort als "Paradigmenwechsel", mit dem die bisherige "finanzpolitische Sinnlosigkeit" ende.
NSC, NASA und NIH wieder das Ziel von Einsparungen
Wie im vergangenen Jahr sind Wissenschaft und Forschung besonders von den geplanten Einsparungen betroffen. So soll die National Science Foundation (NSC) nach Berechnungen der American Assciation for the Advancement of Science (AAAS) 54,7 Prozent ihres Etats verlieren. Er soll von rund neun Milliarden Dollar auf knapp vier Milliarden Dollar sinken.
Für die Raumfahrtbehörde NASA sind Einsparungen um 23 Prozent von etwa 24,4 auf rund 18,8 Milliarden Dollar vorgesehen. Weiter gefördert würden hier Mondmissionen und das Satellitenprogramm "Landsat", während in wissenschaftlichen und technologischen Bereichen gekürzt werde. Insbesondere das sogenannte STEM Engagement – ein Programm zur Förderung junger Forschender in Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Technik und Naturwissenschaften – wird nach dem Regierungsplan eingestellt.
Die National Institutes of Health (NIH), die ebenfalls in den vergangenen Jahren von Kürzungen bedroht waren, sollen 12,8 Prozent an Geldern verlieren – von rund 47,2 auf etwa 41,2 Milliarden Dollar. Die Regierung begründet dies mit "verschwenderischen Ausgaben, Irreführung, riskanter Forschung und der Förderung gefährlicher Ideologien". Aus ähnlichen Gründen soll die Umweltschutzbehörde EPA 52 Prozent ihres Budgets verlieren, das damit auf 4,2 Milliarden Dollar sinken würde.
Pell Grants gesichert, Bildungsministerium soll weiter abgewickelt werden
Auch der Bildungssektor ist von der Haushaltsplanung der Trump-Administration betroffen. Zwar belaufen sich die Einsparungen im Bildungsministerium im Vergleich zum Budget von 2026 planmäßig nur auf 2,9 Prozent. Auch die "Pell Grants" – ein staatliches Programm für Ausbildungsförderung – würden mit 10,5 Milliarden Dollar aufgestockt und abgesichert. Angebote zur Lehrerausbildung, Gleichstellung, Sprachförderung im Rahmen des K12-Programms würden jedoch um 8,5 Milliarden Dollar gekürzt. Zudem soll das Office of Career, Technical, and Adult Education (OCTAE) ins Arbeitsministerium überführt werden.
An Hochschulen wären vor allem Förderprogramme für Angehörige von Minderheiten betroffen. Hier sollen 2,7 Milliarden Dollar eingespart werden.
Die US-Regierung hatte bereits zuvor – teils erfolgreich – Versuche unternommen, Diversitäts-, Gleichberechtigungs- und Inklusionsförderungen einstellen zu lassen. Auch das Bildungsministerium will sie langfristig überflüssig machen. Zuletzt hatte der Kongress eine Auflösung verhindert. Vought kündigt im Vorwort des neuen Haushaltsplans an, den "Kurs zur Abschaffung" des Ministeriums weiterzuverfolgen.
Kritik am Haushaltsentwurf
Wie das Online-Magazin Inside Higher Education berichtet, stößt der Haushaltsplan vor allem bei Parteiangehörigen der Demokraten auf Kritik. So bemängelte Senatorin Patty Murray die Kürzungen bei Bildung und Gesundheit, während "teure Kriege im Ausland finanziert" würden.
Währenddessen rief Dr. Sudip Parikh, Geschäftsführer der American Association for the Advancement of Science (AAAS), am 3. April die Kongressabgeordneten dazu auf, die Kürzungen erneut zu verhindern. "Die Finanzierung sollte sich an wissenschaftlichen Chancen und Möglichkeiten orientieren, nicht an politischen Erwägungen."
Der Entwurf muss nun im US-Kongress beraten werden. Schon der letzte Haushaltsplan wurde nur nach vielfachen Änderungen verabschiedet. Viele der angestrebten Budgetkürzungen wurden damals zurückgenommen.
hae