Das Bild zeigt das Hauptgebäude der Uni Rostock.
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Mecklenburg-Vorpommern
Forschungsstandort auf dem Prüfstand

Wie sollte die Wissenschaftslandschaft strategisch entwickelt werden? Mecklenburg-Vorpommern befragt dazu eine externe Kommission.

25.10.2024

Mecklenburg-Vorpommern sucht mit Hilfe einer Expertenkommission nach einer neuen Wissenschafts- und Forschungsstrategie. Die Kommission sei damit beauftragt, eine unabhängige Analyse des Wissenschaftsstandorts zu erstellen, erklärte Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). Das Auftakttreffen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete unter der Leitung des ehemaligen DFG-Präsidenten Professor Peter Strohschneider fand Ende der vergangenen Woche statt. Ergebnisse sollen im Frühjahr 2025 vorliegen, erfuhr "Forschung & Lehre" auf Anfrage.

Neben Strohschneider, emeritierter Philologe-Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, gehören unter anderem die Primatenforscherin Professorin Julia Fischer von der Georg-August-Universität Göttingen und Professor Peer Pasternack vom Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther Universität Halle Wittenberg zur achtköpfigen "Kommission zur Entwicklung der Wissenschafts- und Forschungsstrategie M-V".

Kritik an der Zusammensetzung der Kommission

Die Zusammensetzung der Kommission stieß laut Bericht der Deutschen Presseagentur auf Kritik. Aus CDU-Kreisen sei bemängelt worden, dass niemand im Beratungsgremium aus Mecklenburg-Vorpommern selbst komme. Die Wissenschaftsministerin hob demgegenüber hervor, dass die Expertinnen und Experten einen Blick von außen auf das Wissenschafts- und Forschungssystem des Bundeslandes werfen sollten. Die gewonnenen Fachleute seien dafür "in hervorragendem Maße geeignet".

Die einzelnen Bundesländer würden unterschiedliche Wege bei der Entwicklung neuer Strategien für Wissenschaft und Forschung beschreiten. Damit habe man sich im Vorfeld befasst und sich bewusst für eine unabhängige, wissenschaftsgeleitete Expertenkommission entschieden, hieß es auf Anfrage. In anderen Bundesländern, etwa Niedersachsen, gebe es eine ständige Kommission. Für Schleswig-Holstein oder Brandenburg hätte der Wissenschaftsrat jüngst ein entsprechendes Gutachten erstellt. Externe Beratungsgremien wie jetzt in Mecklenburg-Vorpommern seien etwa auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen einberufen worden.

hes