Ein symbolisches Wachstumsdiagramm mit geringem Anstieg und einer Schnecke an der Spitze.
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Bundesbericht
FuE-Quote von 3,5 Prozent auf 2030 verschoben

Das Ziel, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis 2025 auf 3,5 Prozent des BIP zu steigern, ist obsolet. Deutschland verliert an Dynamik.

09.06.2026

Der aktuelle Trend zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) an Dynamik verliert. So steht es in der Pressemitteilung des Bundestags anlässlich der Unterrichtung des Forschungsausschusses über den Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) 2026. Der alle zwei Jahre veröffentlichte Bericht bezieht sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig auf 2024 und ist am Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet worden. 

Die FuE-Ausgaben erreichten 2024 mit 137,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Mit einem FuE-Anteil am Bruttoinlandprodukt (FuE-Quote am BIP) von 3,17 Prozent (2024) hat Deutschland zum siebten Mal in Folge das Drei-Prozent-Ziel der Europäischen Union erfüllt. Es hat damit den OECD-Durchschnitt (2,72 Prozent) und den EU-Durchschnitt (2,13 Prozent) übertroffen. Diese Zahlen berichtete das Statistische Bundesamt bereits im März

Kraftanstrengung im internationalen Vergleich notwendig 

Gleichzeitig liege Deutschland mit seiner FuE-Quote derzeit hinter Ländern wie Belgien (3,4 Prozent), Österreich (3,3 Prozent), Schweden (3,6 Prozent), Finnland, Israel, Südkorea, den USA und Japan, so der BuFI 2026. Das 2018 von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag erklärte Ziel von 3,5 Prozent FuE-Anteil bis 2025 konnte nicht erreicht werden. Die damalige Begründung für die angestrebte Quote im Koalitionsvertrag war, dass Deutschland "ein Innovationsland" bleiben müsse. "Die Bundesregierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2030 gemeinsam mit den Ländern und der Wirtschaft 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für FuE aufzuwenden", heißt es nun ohne weitere Erläuterungen im BuFI 2026. 

2024 entsprach der Umfang der Beschäftigung in Forschung und Entwicklung rund 840.000 Vollzeitstellen. 2023 lag der Frauenanteil in den Hochschulen bei 45,9 Prozent und in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Ressortforschungseinrichtungen bei 41,9 Prozent. Im Wirtschaftssektor stellten Frauen 19,1 Prozent des gesamten FuE-Personals. 

Laut Bericht gehört Deutschland weiterhin zu den führenden Forschungsnationen und erzielt mit 1.956 Publikationen pro eine Millionen Einwohner überdurchschnittliche Leistungswerte, hat der Bundestag am 8. Juni in einer Pressemitteilung erläutert. 

Dazu erklärte die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, am Mittwoch: "Gerade im internationalen Wettbewerb kommt es jetzt darauf an, technologische Stärke schneller in Wachstum, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze zu übersetzen." Um den Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung zu beschleunigen, habe die Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Initiative Forschung & Anwendung (InFA) angelegt, erläutert die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

cva