Ein PVC-Boden in einem Labor ist zu sehen, der starke Beschädigungen aufweist.
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Kommentar
"Herbst der Reformen" für einen beschleunigten Hochschulbau

Mit 60 Millionen Euro für die Schnellbauinitiative bleibt die Bundesregierung hinter den Erwartungen zurück. Einfache Antragsprozesse könnten helfen.

Von Matthias Jaroch 03.11.2025

Mit ihrem Forderungskatalog legen die Wissenschaftssprecherinnen und Wissenschaftssprecher der Unionsfraktionen den Finger in die Wunde: Mit einem Haushaltsansatz von 60 Millionen Euro für die im Koalitionsvertrag angekündigte Schnellbauinitiative von Bund und Ländern bleibt die Bundesregierung hinter den geweckten Erwartungen zurück. Auch der in Aussicht gestellte substantielle Abbau von Forschungsbürokratie lässt weiter auf sich warten. 

Natürlich ist der Appell aus den Ländern ein Stück weit wohlfeil. Denn auch sie haben durch Wegducken ihr Scherflein zum Sanierungsstau und zu ausufernder Bürokratie beigetragen. Aber die sich verschärfenden Probleme – das wissen alle – können Bund und Länder nur gemeinsam meistern. Während eine Hochschulbauinitiative kostenintensiv werden wird, lassen sich durch die Reduzierung und Entrümpelung von Antragsmodalitäten wertvolle Zeit und rasch auch Kosten sparen. 

Wird der als politische Rückendeckung getarnte kollegiale Ordnungsruf von Bundesministerin Bär erhört? Mit ihren Parteifreunden dürfte sie ein originäres Interesse daran haben, die Handschrift der Union in der Regierung erkennbar werden zu lassen. Sanierungsstau und Bürokratieabbau bieten da ein willkommenes Profilierungsfeld im "Herbst der Reformen".