Finanzierung
HRK und Partnerverbände fordern 220 Milliarden für FP10
Der EU-Finanzrahmen ab 2028 soll ein Budget von 220 Milliarden Euro für das zehnte Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10) sowie von 60 Milliarden Euro für Erasmus+ bereitstellen. Dazu rufen die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und ihre Partnerverbände in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Polen und Spanien ihre jeweiligen Regierungen und die EU-Kommission gemeinsam auf, heißt es in einer Pressemitteilung vom 7. April. Eine Forderung in dieser Höhe zeichnet sich demzufolge auch seitens des Europäischen Parlaments ab.
Die wirtschaftliche und geopolitische Lage erfordere noch stärkere Investitionen in diesem Bereich als bislang geplant. HRK-Präsident Professor Walter Rosenthal erklärt dazu: "Die Europäische Union ist auf ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit in besonderer Weise angewiesen, um in einer politisch zunehmend fragmentierten und unsicheren Welt handlungsfähig zu bleiben." Forschung und Bildung seien strategische Ressourcen und böten entscheidende Grundlagen für ökonomische Stärke, technologische Souveränität, demokratische Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Hochschulen als aktive Partner in internationalen Kooperationen
"Die Zusammenarbeit in Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation, die Mobilität von Forschenden, Lehrenden und Studierenden sowie der freie Austausch von Ideen, Wissen und Kompetenzen müssen auch bei insgesamt knapper werdenden Finanzmitteln auf europäischer Ebene gesichert und nachhaltig gestärkt werden", so Rosenthal.
Die europäische Forschungs- und Bildungspolitik sollten künftig noch systematischer zusammengedacht werden. Die Hochschulen trügen laut HRK-Präsidenten durch ihre vielfältigen, grenzüberschreitenden Kooperationen in Forschung und Lehre bereits aktiv dazu bei.
Unter anderem die Europäischen Hochschulallianzen böten großes Potential für die strategische Zusammenarbeit in der Wissenschaft. "Solche Netzwerke sollten in der EU noch langfristiger gefördert und, wie kürzlich von DFG, HRK und Wissenschaftsrat vorgeschlagen, um ein neues Format thematischer Exzellenzverbünde besonders forschungsstarker Einrichtungen ergänzt werden", erläuterte Rosenthal.
EUA begrüßt Einschätzungen aus EU-Forschungsausschuss
Wie die Europäische Universitätsvereinigung (European University Association, EUA) vor wenigen Wochen mitteilte, begrüßt sie die Anfang März veröffentlichten Rückmeldungen aus dem europäischen Forschungsausschuss (Committee on Industry, Research and Energy, ITRE) zum Finanzrahmenvorschlag der Europäischen Kommission.
In zwei Berichtsentwürfen fordern die beiden deutschen EU-Parlamentsabgeordneten Christian Ehler und René Repasi, dass Horizon Europe ein vollständig eigenständiges Programm mit unabhängiger Steuerung und Programmgestaltung bleiben soll. Dies steht dem Kommissionsvorhaben entgegen, FP10 dem Wettbewerbsfonds unterzuordnen.
Die EUA würdigt den in den Berichten zum Ausdruck gebrachten Ehrgeiz hinsichtlich des Umfangs künftiger Investitionen in Forschung und Innovation. "Das vorgeschlagene Budget von 220 Milliarden Euro für FP10, das der Empfehlung der von Manuel Heitor geleiteten Expertengruppe entspricht, wäre ein starkes Signal für Europas Engagement zur Stärkung seiner globalen Führungsrolle in Wissenschaft, Forschung und Innovation".
Die EUA begrüßt demnach ferner den in den Berichten vorgeschlagenen Fokus auf die Beibehaltung des Bottom-up-Charakters der Forschungsförderung, vereinfachte Teilnahmebedingungen für Begünstigte, die Stärkung der Rolle von Expertinnen und Experten bei der Festlegung von Forschungsprioritäten sowie die Wahrung der Autonomie des Europäischen Forschungsrats (ERC).
HRK und Partnerverbände
Die Erklärung vom 7. April 2026 wird von folgenden Organisationen vetreten:
- Hochschulrektorenkonferenz (DE),
- France Universités (FR),
- Universities of the Netherlands (NL),
- Conference of Rectors of Academic Schools in Poland (PL),
- Flemish Interuniversity Council (BE),
- The Rectors' Council of the French-speaking universities of Belgium (BE) und
- Conference of Rectors of Spanish Universities (ES)
cva