Streikende mit gelben Warnwesten auf dem Campus des Universitätsklinikums Oldenburg.
picture alliance / Hauke-Christian Dittrich | Hauke-Christian Dittrich

TVöD Länder
Insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld für Beschäftigte der Länder

Der Tarifabschluss für gut 900.000 Angestellte der Länder steht. Universitätskliniken erwartet eine Ost-West-Angleichung bei den Arbeitszeiten.

17.02.2026

925.000 Tarifbeschäftigte der Länder sollen in drei Schritten 5,8 Prozent mehr Geld bekommen. Das haben die Vertreterinnen und Vertreter der Länder und der Gewerkschaften am 14. Februar nach drei Verhandlungsrunden und bundesweiten Warnstreiks verkündet. Der Abschluss sieht einen ersten Schritt von 2,8 Prozent Anfang April vor. Zum 1. März 2027 soll eine weitere Anhebung um zwei Prozent und zum 1. Januar 2028 um ein weiteres Prozent folgen. Die 27-monatige Laufzeit endet demnach am 31. Januar 2028. Die Gewerkschaften fordern, das Ergebnis – wie traditionell üblich – auf die mehr als 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie Pensionärinnen und Pensionäre zu übertragen. 

Die Erhöhung macht laut Verdi-Pressemitteilung mindestens 100 Euro im Monat aus, für Nachwuchskräfte etwas mehr, nämlich 150 Euro. Die Zulage für Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern auf 250 Euro. Für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten an Hochschulen und Universitäten werden die Mindeststundenentgelte erhöht: auf 15,20 Euro ab dem Sommersemester 2026, ein Jahr später auf 15,90 Euro. Einen Tarifvertrag für die studentischen Beschäftigten lehnten die Ländervertreter allerdings ab. 

Die Arbeitsbedingungen im Osten sollen beim Kündigungsschutz und bei der Arbeitszeit denen im Westen angeglichen werden. Letzteres betrifft die drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena. Die Arbeitszeit soll dort ab 2027 auf 39 und bis 2029 auf 38,5 Wochenstunden reduziert werden. Die ordentliche Unkündbarkeit nach 15 Jahren ab einem Alter von 40 Jahren soll ab 2027 auch für das ostdeutsche Tarifgebiet gelten. 

Verdi und der Beamtenbund (dbb) hatten von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sieben Prozent mehr Einkommen gefordert – mindestens aber 300 Euro pro Monat. 200 Euro pro Monat mehr sollte es für Nachwuchskräfte geben. Man wollte eine Laufzeit von zwölf Monaten. 

Reaktionen seitens Gewerkschaften und Politik 

Verdi-Chef Frank Werneke sagte im Namen der Gewerkschaft: "Wir haben nicht alle Ziele erreicht, die wir uns in dieser Tarifrunde vorgenommen haben, aber doch viele." Auch die höheren Schichtzulagen verbuchte er auf der Habenseite. Entscheidend war für Verdi und den dbb, dass die Erhöhung der Entgelte nicht niedriger ausfällt als im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen von 2025. dbb-Chef Volker Geyer kritisierte, dass Bayern eine um sechs Monate verzögerte Übernahme angekündigt habe. 

Trotz leerer Kassen einiger Länder sei es ein "vertretbarer Kompromiss", sagte der Verhandlungsführer und TdL-Vorsitzende Andreas Dressel (SPD). Ebenso von Bedeutung sei, die besonders belasteten Kolleginnen und Kollegen im Wechselschicht- und Schichtdienst mit einer deutlichen Zulagenerhöhung zu berücksichtigen. Der Hamburger Finanzsenator bezifferte das Volumen des Tarifpakets nur für die Tarifbeschäftigten auf 4,11 Milliarden Euro. Rechne man die Übernahme für die Beamtinnen und Beamten dazu, komme man auf 12,34 Milliarden Euro. Zusammen mit dem sogenannten Ewigkeitseffekt durch höhere Besoldungstabellen kämen über die Jahre mehr als 20 Milliarden Euro zusammen. "Das sind also gewaltige Summen, aber wir können die jetzt auch verantworten", sagte er im Vergleich zu anderen Tarifabschlüssen. 

Wichtig sei auch, was nicht im Tarifvertrag stehe. "Ein zusätzlicher freier Tag, ein zusätzlicher Urlaubstag, hätte nicht in diese Zeit gepasst", sagte Dressel. Das erklärt vielleicht die Frage, warum für die Länder nicht einfach der Tarifvertrag für Bund und Kommunen übernommen, sondern in drei Runden tage- und nächtelang verhandelt wurde. 

Ausblick auf Hessens Tarifverhandlungen 

Die Tarifverhandlungen für das Bundesland Hessen, das als einziges nicht Teil der Tarifgemeinschaft ist, starten am 27. Februar 2026 in Wiesbaden. Der TV-H gilt unter anderem für angestellte Beschäftigte des Landes an öffentlichen Schulen und Hochschulen, darunter sozialpädagogische Fachkräfte, wissenschaftliche Mitarbeitende und Lehrkräfte.

cva/dpa