Das Foto zeigt eine Studentin mit Laptop in einem Hörsaal
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Bologna-Prozess
Knapp ein Drittel der Master-Studiengänge wird nicht anerkannt

20 Jahre nach Beginn der Bologna-Reform werden sich im Mai die Minister der 48 Bologna-Staaten treffen. Dazu wurde ein Bericht verabschiedet.

28.03.2018

Im Wintersemester 2016/17 waren an deutschen Hochschulen 358.895 ausländische
Studierende eingeschrieben. Das waren 12,8 Prozent aller Studierenden in Deutschland. Die Zahl der Bildungsausländer, das heißt der ausländischen Studierenden mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung, lag im WS 2016/17 bei 265.484, was einem Anteil von 9,5 Prozent aller Studierenden entspricht (WS 2013/14: 8,4 Prozent). Das geht aus dem heute vom Bundeskabinett verabschiedeten "Bericht zur Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses 2015-2018" hervor. Die Steigerung im Vergleich zum letzten nationalen Bologna-Bericht fällt hier demnach mit 21,3  Prozent sehr viel deutlicher aus als bei den Studierenden insgesamt.

Die mit Abstand größten Gruppen der Bildungsausländer stammen aus Europa
(40,5 Prozent) und Asien (40,4 Prozent), gefolgt von Studierenden aus Afrika (10,4 Prozent)
und Nord- beziehungsweise Südamerika (8,2 Prozent). Differenziert man die Bildungsausländer nach Hochschulart, so zeigt sich, dass 197.516 Studierende an Universitäten (10,9 Prozent) und 67.968 Studierende an Fachhochschulen (6,8 Prozent) immatrikuliert sind.

Anerkennungsprobleme bleiben ein Problem

Im nationalen Bolognabericht wird auch darauf hingewiesen, dass "trotz der umfassenden rechtlichen Regelungen in der Lissabon-Konvention und den Landeshochschulgesetzen" nach wie vor Verbesserungsbedarf bei der praktischen Umsetzung der Anerkennung von Studienleistungen bestehe. "Dies gilt für die Anerkennung und Anrechnung sowohl von im Ausland als auch im Inland erworbenen Studienleistungen und Qualifikationen", heißt es in dem Bericht, der dabei auf die regelmäßig aktualisierte Studie "Anerkennung – (k)ein Problem?" des DAAD verweist.

Die letzte DAAD-Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass sich der Anteil der Studierenden, deren Leistungen nach einem Studienaufenthalt vollständig anerkannt wurden, mit 68,4 Prozent (2013: 69,3 Prozent) etwas verringert hat.

Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen zeichnet sich demnach seit 2013 ein stetiger Rückgang der vollständigen Anerkennung ab (2011: 76,0 Prozent, 2013: 73,0 Prozent, 2015: 70,0 Prozent). Trotz einer Zunahme von Studiengängen und Studierenden sei die Anerkennungsquote nicht mehr gestiegen. Der Trend, dass ein wachsender Anteil an Bachelor- und Masterstudiengängen eine höhere Anerkennungsrate mit sich bringe, setze sich somit nicht weiter fort, heißt es beim DAAD.

Am 24. und 25. Mai 2018 werden sich die für die Hochschulen zuständigen Ministerinnen und Minister der 48 Bologna-Staaten in Paris treffen, um 20 Jahre nach Unterzeichnung der Sorbonne-Erklärung die zukünftige Ausrichtung des Europäischen Hochschulraumes zu diskutieren. Der heute vom Bundeskabinett und bereits am 15. Februar 2018 von der Kultusministerkonferenz verabschiedete Bericht zur Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses 2015-2018 zieht insgesamt eine positive Bilanz zu nationalen und internationalen Entwicklungen im Hochschulbereich.

gri

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