Kommentar
Kurzsichtig
In Zeiten knapper Kassen wird gespart – auch bei den Hochschulen. Teilweise massive Kürzungen stehen nicht nur in Hessen und Berlin an. Auch in anderen Bundesländern regiert der Rotstift. Von der Politik im Gegenzug für zusammengestrichene Budgets häufig abgegebene Entlastungszusagen und Umschichtungen können das Elend nur notdürftig kaschieren.
Ökonomisch gesehen sind Kürzungen bei geschrumpften Landeshaushalten vielleicht noch verständlich. Für die Wissenschaft geht es jedoch ums Eingemachte. Wie soll Exzellenz strahlen, wenn Sparjahre die Hochschulen zu kompensatorischen Kürzungen zwingen? Wie sollen junge Menschen für die Wissenschaft begeistert werden, wenn finanzielle Mindestressourcen fehlen und sich noch nicht einmal mittelfristig Perspektiven eröffnen? Wo sollen mehr Dauerstellen, wie vom Wissenschaftsrat empfohlen, herkommen, wenn haushaltsbedingt abgebaut werden muss und auch dies Geld kostet?
Wissenschaft ist eine langfristige Anlage und kein nach Marktlage disponibles Produkt. Sie benötigt Stabilität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Kurzfristig motivierte Sparlogiken und Deals zur Haushaltskonsolidierung führen zu irreparablen Langzeitschäden mit vielen Verlierern.
Wissenschaftspolitik ist Zukunftsgestaltung – das setzt ausfinanzierte Rahmenbedingungen voraus, keine kurzatmigen und kurzsichtigen Deals.