Universität Freiburg
Ministerium beauftragt Gutachten im "Spanner-Fall" an der Uni Freiburg
In der Strafsache um einen früheren Mitarbeiter der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der jahrelang heimlich Frauen filmte, hat das Wissenschaftsministerium eine externe Expertin mit einem Gutachten beauftragt. Die ehemalige Justizministerin von Niedersachsen, Barbara Havliza (CDU), soll untersuchen, wie die Universität mit dem Fall umgegangen ist und ob hinreichend kommuniziert wurde, wie das Ministerium mitteilte. Zuvor hatte die Badische Zeitung berichtet.
Vor rund zwei Monaten war ein ehemaliger Mitarbeiter der Uni vor Gericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte über einige Jahre hinweg heimlich Aufnahmen von mehreren Hundert Frauen in intimen Situationen gemacht – etwa in einer von ihm privat vermieteten Wohnung und auch in Sanitärräumen der Universität. Die Staatsanwaltschaft Freiburg legte Berufung ein. Sie hatte zweieinhalb Jahre Haft gefordert.
Das Urteil brachte viel Kritik, es kam zu Demonstrationen. Auch die Universität sah sich heftigen Anschuldigungen ausgesetzt in Bezug auf die Kommunikation zu dem Fall. Havliza soll dem Ministerium zufolge bis spätestens Ende Oktober den Sachverhalt aufklären. Der Vorschlag ihrer Berufung sei aus dem Universitätsrat gekommen.
dpa/cva