Das Bild zeigt Petra Olschowski am Rednerpult.
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Baden-Württemberg
Neue Transformationsstellen sollen Hochschulentwicklung vorantreiben

Hochschulen müssen sich zukunftssicher aufstellen. Baden-Württemberg will mit einem neuen Förderprogramm für Professuren aufs Tempo drücken.

12.12.2025

Rund 100 zusätzliche Professuren will Baden-Württemberg im Rahmen seines neuen Zukunftsprogramms Hochschule 2030 schaffen. Hochschulen können ab dem 1. Januar 2026 fortlaufend bis Ende 2027 Anträge für die bundesweit einmaligen Transformationsstellen einreichen. Diese sollen dazu dienen, "die Herausforderungen der Transformation, die sich auch im Wissenschaftsbereich stellen, gezielt, wirksam und schnell anzugehen", erläuterte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, als sie im Frühjahr die Hochschulfinanzierungsvereinbarung für die Jahre 2026 bis 2030 unterzeichnete. 

Für das Förderprogramm Transformationsstellen stehen 100 Millionen Euro zur Verfügung. Laut Olschowski können die Mittel etwa eingesetzt werden, um Professuren vorzuziehen und auf diese Weise neue Schwerpunkte in Lehre und Forschung schneller entwickeln zu können. Obwohl die vorgezogene Berufung im Mittelpunkt der Förderlinie steht, ist auch die Beantragung anderer Personalkategorien mit Lehrbezug möglich. Gefördert würden insbesondere Hochschulen, die mit zurückgehenden Studierendenzahlen zu kämpfen hätten und deswegen unter hohem Transformationsdruck stünden, sagte Olschowski gegenüber dem Wiarda-Blog.

Mit dem Förderprogramm schlage Baden-Württemberg bewusst neue Wege ein, um Studienangebote anzupassen und zu verändern, erläuterte Olschowski auf Anfrage von Forschung & Lehre. "Wir brauchen in den nächsten Jahren viele exzellent gebildete akademische Fachkräfte aufgrund des demografischen Wandels, aber auch, um die Innovationskraft zu erhalten. Viele davon werden in Berufszweigen arbeiten und in Institutionen forschen, die anders aussehen und arbeiten als heute." Hochschulen müssten sich entsprechend aufstellen. Die Transformationsstellen sollen dabei für den nötigen Rückenwind sorgen. 

MINT-Schwerpunkt Baden-Württembergs soll erhalten bleiben

Laut baden-württembergischem Wissenschaftsministerium sollen die beantragenden Hochschulen selbst entscheiden können, welche Inhalte und Formate weiterentwickelt werden sollen. Anträge müssten das gesamte Studiengangsportfolio berücksichtigen. Es gehe darum, die Bereiche mit den größten Handlungsbedarfen zu identifizieren. Das Ministerium sieht sich vor allem in beratender Funktion und will zudem Sorge dafür tragen, "dass die in Baden-Württemberg traditionell starke Ausrichtung auf MINT-Studiengänge und das fachlich und regional breit gefächerte Studienangebot der Landeshochschulen erhalten bleibt". Darüber hinaus gelte es, "Überangebote und Kannibalisierungen einzelner Studienbereiche zu verhindern".

Dauerhaft finanziert werden die Transformationsstellen allerdings nicht. Sie sollen die inhaltliche Neuausrichtung nur anstoßen. Das Programm sieht vor, dass die Beschäftigungsverhältnisse nach spätestens sieben Jahren durch die Hochschulen abgelöst werden. Das Programm stoße auf breites Interesse seitens der Hochschulen, hieß es aus dem Ministerium. Der Wille zur Veränderung sei vorhanden.

hes