BMFTR
Neues Rahmenprogramm für Geistes- und Sozialwissenschaften
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) will die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland stärken. Mit dem neuen Rahmenprogramm "Orientierung für eine Welt im Wandel" sollen zwischen 2026 und 2032 etwa 700 Millionen Euro in Forschungsvorhaben investiert werden, die gesellschaftliche Herausforderungen analysieren und Lösungsansätze entwickeln. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betont in einer Pressemeldung: "Wir setzen hier zahlreiche neue Akzente und stärken die Geistes- und Sozialwissenschaften darin, zu einer zukunftsfähigen und innovationsoffenen Gesellschaft beizutragen."
Wie das Ministerium in einer Presseerklärung mitteilt, diene das Programm dazu, "aktuelle gesellschaftliche, technologische und kulturelle Herausforderungen fundiert zu analysieren und Lösungen zu entwickeln, die den freiheitlich-demokratischen Grundwerten verpflichtet sind". In Zeiten geopolitischer Spannungen, gesellschaftlicher Polarisierung und technologischer Umbrüche seien Geistes- und Sozialwissenschaften unverzichtbar. Sie ordneten politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen ein und ermöglichten fundierte Entscheidungen. "Weil die Veränderungen zudem in immer kürzeren Zeiträumen stattfinden, erfordern ihr Verständnis und ihre Gestaltung mehr denn je geistes- und sozial- wissenschaftliche Expertise auf der Höhe der Zeit", heißt es in der Programmbeschreibung.
Das Programm ist Teil der Hightech Agenda Deutschland und umfasst vier übergeordnete Themenfelder:
- Zukunftsfähigkeit demokratischer Gesellschaften
- Gesellschaftliche Gestaltung technologischen Fortschritts
- Kulturellen Erbes
- Entwicklungsräume der Geistes- und Sozialwissenschaften
Größere Sichtbarkeit der Geistes- und Sozialwissenschaften
Neben Demokratie- und Extremismusforschung sollen Schwerpunkte in der Radikalisierungsprävention sowie in der Begleitforschung zu neuen Technologien, wie beispielsweise Künstlicher Intelligenz (KI), liegen. Geistes- und Sozialwissenschaften könnten hier Chancen und Risiken frühzeitig analysieren und dazu beitragen, die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhöhen.
Darüber hinaus will das BMFTR Projekte unterstützen, die kulturelles Erbe als Ressource für gesellschaftlichen Zusammenhalt nutzbar machen und historische Kenntnisse in die Gegenwart übertragen. Internationale Kooperationen, kleine Fächer und interdisziplinäre Ansätze sollen ebenfalls gezielt gefördert werden. Das Rahmenprogramm könne so dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Sichtbarkeit der Geistes- und Sozialwissenschaften dauerhaft zu stärken.
Besonderen Wert legt das Ministerium auf den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Vorgesehen sind unter anderem Kooperationen mit Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie eine stärkere Wissenschaftskommunikation. Zudem gehe es um die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen für Politik, Bildung und Gesellschaft.
Die neue Förderlinie baut laut Programm auf dem Vorläufer von 2019 bis 2025, "Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten", auf. Dieses würde unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer externen Evaluation weiterentwickelt.
aktualisiert am 8. Mai um 15:24 Uhr [Ergänzung Statement Dorothee Bär]; erstmals veröffentlicht um 12:15 Uhr
hae