Sanierungsprogramm
Niedersachsen investiert Sondervermögen in Hochschulen
Um dem Sanierungsstau zu begegnen und die Ausstattung zu verbessern, plant Niedersachsens Landesregierung in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro in seine Hochschulen. Insgesamt stünden 627 Millionen Euro für Bau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen bereit, wie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Das Geld stammt hauptsächlich aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität der Bundesregierung.
Für Studierende und Hochschulbeschäftigte sollen die Investitionen vielerorts unmittelbar sichtbar sein, kündigte das Ministerium an. Demnach sollen mit dem Geld etwa Sanitär- und Seminarräume saniert, Mensen neu oder umgebaut, Räume für hybride Lehrformate geschaffen und moderne LED-Beleuchtung sowie Sonnenschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf Maßnahmen für Klimaschutz und Energieeffizienz liegen.
Welche Hochschule Gelder erhalten
"Von diesem Programm profitieren alle 18 niedersächsischen staatlichen Hochschulen, die Universitätsmedizin sowie die Forschungsinfrastruktur des Landes", sagte Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) in einer Mitteilung. Welche Hochschule wann mit wie viel Fördermitteln rechnen kann, soll eine bedarfsorientierte Projektliste regeln. Darauf stehen 143 Bau- und Modernisierungsprojekte, die bis spätestens 2042 umgesetzt sein sollen.
Geplant sind unter anderem diese Projekte:
- An der Technischen Universität Braunschweig soll für 36,5 Millionen Euro ein neues Institutsgebäude für Werkstoff- und Fertigungstechnik entstehen.
- In Oldenburg will die Landesregierung Mittel in die Gesamtsanierung des denkmalgeschützten Energielabors der Carl von Ossietzky Universität investieren.
- Das Heizkraftwerk der Georg-August-Universität Göttingen soll für rund 39 Millionen Euro modernisiert werden.
- Eine neue Mensa für 9,5 Millionen Euro ist für die Tierärztliche Hochschule Hannover geplant.
Die Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) begrüßte die Investitionspläne des Landes. "Niedersachsen tut gut daran, seine Hochschulen mit den angekündigten On-Top-Investitionen dabei zu stärken, ihre Sichtbarkeit und Wirkung über Landesgrenzen hinaus auszubauen und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für Exzellenz in jeder Hinsicht zu fördern", teilte Silke Richter, IHKN-Sprecherin für Schul- und Hochschulpolitik mit.
dpa/cva