Illustration: Hände greifen nach Segmenten eines Tortendiagramms
mauritius images / Volodymyr Melnyk / Alamy / Alamy Stock Photos

FP10
Organisationen aus vier assoziierten Ländern besorgt über FP10

Hochschulorganisationen aus Großbritannien, Kanada, Neuseeland und der Schweiz zweifeln an FP10-Plänen. Sie haben einen offenen Brief veröffentlicht.

18.05.2026

Hochschulverbünde aus vier mit dem europäischen Forschungsförderprogramm Horizon Europe assoziierten Ländern drücken in einem offenen Brief ihre Sorge aus. In ihrem Schreiben an die zypriotische EU-Ratspräsidentschaft vom 13. Mai warnt die britische Russell Group zusammen mit U15 Canada, Swissuniversities und Universities New Zealand davor, dass das künftige europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP 10) seinen Forschungsfokus verlieren könnte. Die vier Organisationen vertreten forschungsstarke Universitäten aus ihren Heimatländern. Das Onlinemagazin Science Business hatte am 14. Mai zuerst über den Brief berichtet.

Anlass des offenen Briefs  sind die laufenden Debatten in Brüssel darüber, wie eng FP10 künftig mit dem Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF) verzahnt sein soll. Die Hochschulverbünde sind besorgt, dass FP10 vermehrt wirtschaftliche oder verteidigungspolitische Ziele verfolgen könnte, wie etwa die Entwicklung von Drohnen. Von solchen Projekten, die sich mit sensiblen Technologien befassen, könnte die EU-Kommission assoziierte Länder ausschließen.

Welche Rolle sollen assoziierte Länder bei FP10 spielen?

Zentral geht es den Hochschulvereinigungen um die Rolle der assoziierten Länder bei FP10, die laut dem offenen Brief derzeit ein Drittel des Gesamtbudgets beitragen. Aktuell haben Vertreterinnen und Vertreter dieser Länder zwar kein Stimmrecht in Sitzungen, die über Forschungsaufrufe im Rahmen von "Horizon Europe" entscheiden, aber sie können sich über ihre Beobachterrolle einbringen. Diese Beteiligung muss laut den Hochschulorganisationen erhalten bleiben.

Die Organisationen fordern, dass Grundlagenforschung in allen Teilen von FP10 garantiert wird. Themenausnahmen für Nicht-EU-Mitglieder sollten so gering wie möglich sein. Die Assoziierung zu FP10 sollte zügig geregelt werden, damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Nicht-EU-Ländern von Anfang an FP10 teilnehmen können. Forschende aus assoziierten Ländern müssten bei Anträgen und in Kooperationen gleichbehandelt werden mit ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern aus EU-Ländern. 

cpy