Gefährdete Wissenschaftler aus dem Ausland
Philipp Schwartz-Initiative wird verstetigt

Seit zwei Jahren läuft ein Förderprogramm für geflüchtete Wissenschaftler an deutschen Hochschulen. Jetzt soll es dauerhaft etabliert werden.

19.09.2018

35 weitere gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland erhalten eine Förderung über die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). Ab Oktober können sie für zwei Jahre an 31 Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland arbeiten.

Seit dem Start der Philipp Schwartz-Initiative 2016 hat die Alexander von Humboldt-Stiftung 159 Forschenden eine Unterstützung zugesagt. Die mit Abstand meisten von ihnen kommen aus der Türkei (92), gefolgt von Syrien (49). Einzelne kommen unter anderem aus dem Irak, Jemen oder Venezuela.

Jetzt soll die Philipp Schwartz-Initiative dauerhaft etabliert werden, wie die AvH berichtete. Das Geld dafür kommt vom Auswärtigen Amt. Außenminister Heiko Maas sagte: "Wenn weltweit die Wissenschaftsfreiheit zunehmend bedroht und wissenschaftliche Arbeit politisiert wird, kann uns das nicht gleichgültig sein."

Gerade Deutschland wisse seit dem Nationalsozialismus, wohin dies führen könne. "Deshalb ist es richtig, dass wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dringend benötigte Frei- und Schutzräume bei uns in Deutschland anbieten, bis sich die Situation in ihren Heimatländern wieder gebessert hat."

Die Philipp Schwartz-Initiative ist nach dem Pathologen jüdischer Abstammung Philipp Schwartz benannt, der 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste und die "Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland" gründete. Hochschulen, die eine Förderung beantragen, müssen unter anderem ein Konzept zum Umgang mit gefährdeten Forschern und ihrer wissenschaftlichen Einbindung vorlegen.

kas