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Open Access
Projekt DEAL einigt sich mit Springer Nature

Für DEAL-Partner sollen künftig einheitliche Regeln für die Publikation über Springer Nature gelten. Mehr als 700 Einrichtungen sind potenziell dabei.

22.08.2019

Die Wissenschaftspartner aus dem "Projekt DEAL" haben ein Memorandum of Understanding (MoU) über die Veröffentlichung in Zeitschriften des Verlags Springer Nature abgeschlossen. Damit gelten für die Veröffentlichung in etwa 2.500 hybriden und reinen Open-Access-Zeitschriften von Springer Nature einheitlich dieselben Kosten und Serviceleistungen, wie die Vertragspartner am Donnerstag mitteilten. 13.000 Artikel deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden pro Jahr über Open Access veröffentlicht werden. Der finale Vertrag soll bis Ende des Jahres stehen.

DEAL-Verhandlungsführer und ehemaliger Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Horst Hippler, zeigte sich erfreut. Es seien beide Kernziele des Projekts DEAL erfüllt: "ein faires Preismodell und die Verschiebung in Richtung Open Access".

Publish and Read: 2.750 Euro pro Artikel

Die Kosten für die "Publish and Read"-Komponente betragen laut Mitteilung pro Artikel 2.750 Euro. Vorher waren es im Schnitt 3.800 Euro pro elektronisch publiziertem Aufsatz, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Zusätzlich erhalten Autorinnen und Autoren während der Vertragslaufzeit Lesezugriff auf die gesamten Inhalte dieser Zeitschriften, inklusive der Backfile-Ausgaben zurück bis ins Jahr 1997. Dauerhaft können sie auf Inhalte in Springer-, Palgrave-, Adis- und Macmillan-Fachzeitschriften zugreifen, die während der Vertragslaufzeit veröffentlicht werden.

Nicht Tei der Vereinbarung sei "Nature" und damit zusammenhängende Zeitschriften, "Scientific American", "Spektrum der Wissenschaft" sowie "reine Fachzeitschriften". Damit seien, wie eine Sprecherin sagte, keine typischen Fachzeitschriften aus der Wissenschaft gemeint, sondern Titel wie das "Ärzteblatt" oder die "Motortechnische Zeitschrift"; insgesamt rund 20 Zeitschriften. 

Die Vereinbarung beschreibt auch Caroline Fischer von der Universität Potsdam als "großen Fortschritt in der Transformation hin zu Open Access". Sie führt einen Blog über ihre Erfahrungen mit freier Wissenschaft und kritisiert als ehemalige Stipendiatin des Programms "Freies Wissen", dass sich die Verhandlungen auf große Wissenschaftsverlage und deren Geschäftsmodell fokussierten.

"Die vereinbarte 'Publish and Read'-Gebühr ist sicherlich geringer als bisherige Autorengebühren und Subskriptionen aber nach wie vor hoch", sagte Fischer. "Von den großen Wissenschaftsverlagen unabhängige Open-Access-Modelle wie 'Open Library of Humanities' (OLH) kosten bei weitem weniger." Darüber hinaus sei ärgerlich, dass eine renommierte Zeitschrift wie "Nature" aus der Vereinbarung ausgenommen sei.

Die am Donnerstag getroffene Vereinbarung gilt für alle Einrichtungen, die sich an DEAL beteiligen und sich dem Vertrag anschließen. Das sind derzeit mehr als 700 öffentliche und privat geförderte wissenschaftliche Einrichtungen. Für sie gelten bei Unterzeichnung die in der Vereinbarung ausgehandelten einheitlichen Kosten und Serviceleistungen. Der Vertrag soll von 2020 bis 2022 gelten – mit einer Option auf Verlängerung bis 2023. "Ich hoffe nicht, dass die Hochschulrektorenkonferenz nun alle zwei Jahre solche Mammutverhandlungen führen muss", sagte Fischer.

aktualisiert: 23.8.19, 8:32 Uhr

kas