Ein paar Beine sind von oben zu sehen vor einer Linie auf dem Asphalt, die mit der US-Flage gezogen wurde als Symbol für verhinderte Einreise.
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USA
Regierung nimmt Visa-Interviews für Studierende wieder auf

Dass die USA Visa-Termine für Studierende stoppen, hat im Mai für Aufsehen gesorgt. Unter einer Bedingung sollen nun wieder Interviews geführt werden.

23.06.2025

Die USA wollen wieder Termine für Visa-Interviews mit Studienanwärterinnen und -anwärtern aus dem Ausland vergeben. Antragstellende müssen sich allerdings künftig einer stärkeren Überprüfung ihrer Online-Aktivitäten unterziehen, kündigte das US-Außenministerium an. Bewerberinnen und Bewerber um ein Visum sollen die Privatsphäre-Einstellungen ihrer Social-Media-Profile entsprechend auf "öffentlich" anpassen. "Ein US-Visum ist ein Privileg, kein Recht", hieß es. Zuvor hatten POLITICO und The Washington Post unter Berufung auf eine interne Anordnung des Ministeriums darüber berichtet.

Vergangenen Monat hatte das Außenministerium übereinstimmenden Medienberichten zufolge US-Botschaften und Konsulate weltweit angewiesen, vorerst keine neuen Termine für Visa-Anträge von ausländischen Studierenden und Teilnehmenden von Austauschprogrammen zu vergeben.

Überprüfung der sozialen Medien und Datenbanken

Betroffen sind laut Ankündigung des Außenministeriums Personen, die Visa der Kategorien F, M und J beantragen wollen. Diese gelten etwa für Studierende, Austauschschülerinnen und -schüler und Au-pairs. Die Richtlinie gilt den Angaben nach unabhängig von der jeweiligen Studieneinrichtung.

The Washington Post berichtete, Bewerberinnen und Bewerber mit "feindseligen Einstellungen" gegenüber den USA sollten mit einer Überprüfung der Social-Media-Aktivitäten ausfindig gemacht werden. Im Visier stünden auch Menschen, die "ausländische Terroristen" unterstützen oder durch antisemitische Taten auffallen würden. Nach Angaben der Zeitung sollen die neuen Verfahren binnen weniger Tage beginnen.

POLITICO zufolge soll nicht nur das Auftreten der Antragstellenden in sozialen Medien überprüft werden – auch die Präsenz im Netz im Allgemeinen soll einbezogen werden. Das umfasse etwa auch Informationen in Online-Datenbanken.

dpa/hes