Das Foto zeigt eine Panoramaansicht von Oxford in England.
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Brexit Royal Society warnt vor Brexit-Folgen für die Wissenschaft

Die Szenarien für die Folgen eines harten Brexits für die Wissenschaft in Großbritannien sind düster. Britische Forscher sind besorgt.

09.08.2018

Die britische Royal Society hat vor harten Einschnitten für die Wissenschaft durch einen harten Brexit ohne Vertrag gewarnt. Wenn ab März 2019 alle Forscher aus EU-Ländern ein Visum benötigten, um in Großbritannien zu arbeiten, könnten nach Ansicht der Gesellschaft "deutlich weniger" kommen. Das sagte die Vizepräsidentin der Royal Society, Professorin Ulrike Tillmann, in einem Spiegelgespräch.

Eine Visumspflicht wirke laut Tillmann abschreckend und sei zudem sehr teuer. Nach Berechnungen der Royal Society würde ein ausländischer Wissenschaftler mit Partner und zwei Kindern bei fünf Jahren Aufenthalt zwischen 5.000 und fast 10.000 Pfund Visumsgebühren und andere Kosten tragen müssen.
Auch für Studierende und Doktoranden könnte dem Interview zufolge nach einem harten Brexit die Attraktivität britischer Universitäten "deutlich" sinken. Die Studierenden müssten dann die gleichen Gebühren zahlen wie Studierende aus Nicht-EU-Ländern. Diese seien doppelt bis vierfach so hoch wie der derzeitige Schnitt für EU-Studierende in Höhe von etwa 9.000 Pfund pro Jahr.

Auch bei Doktoranden könnte es zu einem Finanzierungsengpass kommen. "Und damit ist der wissenschaftliche Austausch in Gefahr", sagte Tillmann gegenüber dem Spiegel. Tillmann hofft allerdings, dass Großbritannien weiterhin an allen ERC-Programmen teilnehmen könne. Großbritannien müsste dann zwar weiter Geld einzahlen, würde aber auch Forschungsgelder bekommen und von der Begutachtung der Forschungsprojekte profitieren.

Die Royal Society betont, dass die freie Wahl des Arbeitsortes sehr wichtig für die Universitäten sei. "Wir kämpfen für eine Wissenschaft ohne Grenzen", sagte Tillmann.

gri