GAIN26
Transatlantische Wissenschafts-Beziehungen stärken
Eine Delegation der Wissenschaftsministerkonferenz war vergangene Woche in den Vereinigten Staaten von Amerika, um die transatlantische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung zu stärken. In Washington nahm die Delegation an einem deutsch-amerikanischen Roundtable teil, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am 19. August bereits zum dritten Mal veranstaltet hat. Rund 35 US-amerikanische und deutsche Expertinnen und Experten tauschten sich dabei laut Mitteilung der DFG vom 20. August aus. Unter dem Titel "The Role of Universities in Future Strategic Alliances" ging es um die Rolle von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Beziehung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ebenso wie um die Resilienz dieser Partnerschaften.
Unter den Teilnehmenden waren außer den Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsministern aus den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Saarland auch die Spitzen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Auf amerikanischer Seite waren Vertreterinnen und Vertreter der großen US-Wissenschaftsorganisationen, Förderagenturen, Verbände und Hochschulen anwesend, darunter etwa die National Science Foundation, die U.S. National Academies of Sciences ebenso wie die Harvard University, die Arizona State University und die University of Chicago.
Universitäten bilden Herzstück beider Wissenschaftssysteme
Das Bekenntnis zu transatlantischen Forschungskooperationen sei ungebrochen klar, berichtete DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker laut Mitteilung. Dabei hob sie die Bedeutung der Universitäten als Herzstück der beiden Wissenschaftssysteme hervor. Sie bildeten die Zukunft aus, jene Generation, deren Ideen, Kreativität und Verantwortung die technologische und gesellschaftliche Zukunft der USA und Deutschland gestalten werde.
"Wir sind entschlossen, die deutsch-amerikanischen Wissenschaftsbeziehungen zu intensivieren." DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker
"Wir sind entschlossen, die deutsch-amerikanischen Wissenschaftsbeziehungen zu intensivieren und mit unseren Partnern und Freunden an den großen Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten", sagte Becker. Dabei gehöre es zu den Aufgaben der Wissenschaft, für einen vernunftgeprägten Diskurs in einer freien und offenen Gesellschaft zu werben. Nur gemeinsam könne es gelingen, Wissenschaft und Forschung zum Wohle der Gemeinschaft zu erhalten und weiter zu befördern. Dabei seien ein offener Dialog und koordinierte Strategien nötig, um die Integrität der Forschungssysteme weltweit zu gewährleisten, so die DFG-Präsidentin.
Politik möchte Brücken schlagen
Mitglieder der Delegation der Wissenschaftsministerkonferenz hoben die Bedeutung des transatlantischen Austauschs hervor: Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Manja Schüle etwa sagte laut einer Mitteilung ihres Ministeriums vom Dienstag, dass es bei dem Besuch in den USA darum gehe, "Brücken zu schlagen – zwischen Menschen, Institutionen und Ländern". In Zeiten globaler Herausforderungen und schwieriger politischer Beziehungen sei "wissenschaftliche Zusammenarbeit wichtiger denn je". Auch der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels betonte in einer Mitteilung vom Mittwoch: "Gerade in einer Zeit, in der Wissenschaftsfreiheit und demokratische Prinzipien weltweit unter Druck geraten, müssen wir den Dialog zwischen unseren Gesellschaften und insbesondere zwischen unseren Hochschulen stärken".
Besuch der GAIN26
Die Delegation der Wissenschaftsministerkonferenz besuchte auch die vom 21. bis 23. August ausgerichtete Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN). Dort versammeln sich alljährlich deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordamerika tätig sind und eine Karriere in Deutschland anstreben. Bei der Karriere- und Forschungsmesse haben sich in diesem Jahr mehr als 60 deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen präsentiert, darunter auch der Deutsche Hochschulverband. Insgesamt habe die Veranstaltung mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angelockt, berichtete das Bundesministerium für Fortschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Ende der vergangenen Woche.
"Die GAIN-Jahrestagung war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg und hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der persönliche Austausch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen ist", schilderte auch DHV-Geschäftsführerin Yvonne Dorf. "Besonders gefreut hat uns, dass zahlreiche Postdocs das Beratungsangebot des Deutschen Hochschulverbands an unserem Messestand genutzt haben – mit Fragen nicht nur zur Professur, sondern gerade auch zu attraktiven Karrierewegen neben der Professur", sagte Dorf gegenüber Forschung & Lehre. Mit ihrem umfangreichen Tagungsangebot böte die GAIN hervorragende Möglichkeiten zur Information und Vernetzung.
aktualisiert am 26.08.2026 um 10.40 Uhr, zuerst veröffentlicht am 20.08.2026
cpy