Ein Makake sitzt in einem Gehege in einer tierexperimentellen Einrichtung.
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Trump-Regierung
US-Politik behindert Überwachung von Labortieren

Das US-Landwirtschaftsministerium hat wenig Mitarbeitende, um das Wohlergeben von Labortieren zu kontrollieren. Aktuell werden sie noch weniger.

20.08.2025

Das US-Ministerium für Landwirtschaft (USDA) ist mit seinem Inspektionsdienst APIS (Animal and Plant Health Inspection Service) verantwortlich dafür, das Wohlergehen von fast 80.000 Labortieren zu überwachen. APIS hat in den vergangenen Jahren mehr als ein Drittel seiner Inspektorinnen und Inspektoren verloren, während sich die Zahl der zu überwachenden Tiere verdoppelt hat. Die Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump verschlimmert die Lage. Laut Bericht des US-amerikanischen Magazins Science vom Mittwoch ist das Ministerium in Gefahr, seiner Arbeit nicht nachzukommen.

Aktuell seien noch knapp 80 Inspektorinnen und Inspektoren vorhanden, um 900 Forschungseinrichtungen zu überwachen, darunter sowohl Universitäten als auch Privatfirmen, die Versuchstiere halten. Dabei gehe es um Affen, Hasen, Vögel und andere Tiere, nicht aber Ratten und Mäuse. Diese sind vom Animal Welfare Act ausgenommen. Entsprechend des Acts kontrolliere APIS, ob die Labortiere artgerecht gehalten werden und tierärztlich versorgt werden. Dabei sei der Dienst die einzige Bundesagentur, die den Animal Welfare Act durchsetzen könne.

Die Trump-Regierung habe seit Beginn des Jahres die Pensionierung von einigen APIS-Inspektorinnen und -Inspektoren erzwungen. Währenddessen dürfe die Agentur keine neuen Angestellten einstellen. Gehen also Inspektorinnen und Inspektoren, können sie nicht ersetzt werden. So hat die Agentur im Jahr 2025 etwa 15 Prozent ihrer Inspektionspersonals verloren. Ein Manager von APIS kommentierte dies gegenüber Science: Die Anzahl der vorhandenen Inspektorinnen und Inspektoren sei lächerlich im Vergleich zu der Aufgabe, die sie zu bewältigen haben.

Budgetkürzungen und rechtliche Hürden

Auch das Budget, das die Trump-Regierung für das Jahr 2026 für das USDA veranschlagt hat, sei problematisch: Das USDA solle laut einem Vorschlag der Regierung von Anfang Juni sieben Milliarden Dollar einsparen und werde umstrukturiert. Noch sei laut Science allerdings nicht klar, wie die Kürzungen APIS betreffen.

Ein im Juni 2024 getroffenes Urteil des US Supreme Courts schränke die Möglichkeiten der Agentur zusätzlich ein, diejenigen zu bestrafen, die gegen den bundesweit geltenden Animal Welfare Act verstoßen. Die Entscheidung des Supreme Courts verhindert, dass Bundesagenturen Zivilstrafen verhängen ohne ein Juryverfahren. Das zeige sich laut Science auch in der Praxis: Seit der Entscheidung im vergangenen Jahr habe APIS nur eine Strafe gegen eine Forschungseinrichtung verhängt. Die Bundesagentur steht zudem bereits seit längerem in der Kritik, nicht ausreichend gegen Verletzungen des Tierwohls vorzugehen.

cpy