Bild einer offenen Tür des All Souls College in Oxford
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Erasmus +
Vereinigtes Königreich kehrt in EU-Bildungsprogramm zurück

Europäische Kommission und britische Regierung unterzeichnen das geplante Abkommen. Ab 2027 sind Erasmus-Aufenthalte in Großbritannien wieder möglich.

16.04.2026

Studierende und Lehrende können ab 2027 über das Erasmus+-Programm wieder Auslandsaufenthalte in Großbritannien absolvieren. Das teilten die Europäische Kommission und die britische Regierung am 15. April mit. Brüssel und London haben sich demnach auf ein Assoziierungsabkommen geeinigt, das „Lernende, Personal, Bildungseinrichtungen und -organisationen im Vereinigten Königreich auf die gleiche Stufe stellt wie diejenigen in EU-Mitgliedstaaten“. Auch die Schweiz soll ab dem kommenden Jahr wieder vollständig am Programm teilnehmen.

Wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Nationale Agentur für Erasmus+-Hochschulzusammenarbeit (NA DAAD) mitteilen, können Förderungen von Aufenthalten im Vereinigten Königreich und der Schweiz voraussichtlich ab dem Ausschreibungslauf 2027 beantragt werden. Erste Aufenthalte und Projekte sollen ab dem akademischen Jahr 2027/28 möglich sein. Mit der Unterzeichnung des Abkommens sind nun auch die letzten finanziellen Fragen geklärt.

Positives Zeichen für europäische Zusammenarbeit

Laut Stellungnahme der Europäischen Kommission soll die neue Vereinbarung den persönlichen Austausch in den Mittelpunkt rücken und die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich stärken. Sie schaffe Chancen „für Tausende von Studenten, Bildungspersonal und Jugendlichen“ und bilde die Grundlage für die Vermittlung von zukunftssicheren Fähigkeiten und Kompetenzen, die von Arbeitgebern gesucht würden. Das Abkommen werde Partnerschaften zwischen akademischen Einrichtungen der EU und des Vereinigten Königreichs schaffen und vertiefen und dazu beitragen, „Europas Position als globales Bildungszentrum zu stärken“.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hob die jahrhundertealten „gegenseitig vorteilhaften“ Bildungsbeziehungen zwischen Europa und dem Vereinigten Königreich hervor. „Eine weitere Stärkung dieser Verbindungen ist auf beiden Seiten sinnvoll – für unsere Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Bildungssysteme, Volkswirtschaften und Gesellschaften insgesamt“, sagte sie laut Stellungnahme.

Scott McDonald, Geschäftsführer des British Council, der das Programm auf britischer Seite verwalten wird, betonte, dass es „Menschen unterschiedlichster Herkunft in ganz Großbritannien enorme Vorteile bieten und ihnen eine globale Perspektive sowie eine Vielzahl von Fähigkeiten vermitteln“ werde.

Zum Hintergrund

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) im Jahr 2020 endete auch die Teilnahme am Erasmus+-Programm. Laut DAAD hatten zuvor jedes Jahr etwa 4.500 Studierende deutscher Hochschulen einen Auslandsaufenthalt im Vereinigten Königreich absolviert. Wie NA DAAD-Direktor Dr. Stephan Geifes im Februar gegenüber dem SPIEGEL erklärte, sei die Mobilität nach Großbritannien durch den Brexit zwar nicht zu einem kompletten Stillstand gekommen, habe aber stark gelitten.

hae