Wissenschaftsrat
Verstetigung und Verbesserung der NFDI empfohlen
Der Wissenschaftsrat (WR) empfiehlt die Verstetigung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) nach dem Auslaufen der Förderung in 2028. Dieses Ergebnis gab der Wissenschaftsrat wenige Tage nach seinen Sommersitzungen gestern bekannt. Insbesondere für den dauerhaften Betrieb, für Rechen- und Speicherdienste sowie für die Langzeitarchivierung seien zusätzliche Bundes- und Ländermittel erforderlich.
"Die NFDI hat wichtige Aufbauarbeit für das Forschungsdatenmanagement in Deutschland geleistet. Nun muss sie angesichts wachsender Herausforderungen weiterentwickelt werden", sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Professor Wolfgang Wick. Im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen in den USA werde deutlich, dass Verfügbarkeit und Redundanz von Daten im europäischen Raum an Bedeutung gewinnen würden. "Die NFDI könnte zum Nukleus für ein souveränes, datengetriebenes Forschungsökosystem in Deutschland und Europa werden."
Verbesserungen im Bereich Governance vorgeschlagen
Die Verbesserungsvorschläge des WR betreffen vor allem die Governance: Künftig solle NFDI e.V. demnach als zentraler Träger und Verantwortlicher agieren und seine Aktivitäten in wissenschaftlichen Fachbereichen organisieren. Der Verein koordiniert derzeit 26 fachliche Konsortien, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgewählt wurden und von Bund und Ländern unterstützt werden. Außerdem schlägt der WR ein ergänzendes Innovationsprogramm für befristete Forschungsaktivitäten zu Fragen des Forschungsdatenmanagements vor, das von der DFG durchgeführt werden könnte.
Ein zentrales Ziel sei die Souveränität der NFDI gegenüber kommerziellen Anbietern sowie die Stärkung ihrer Pluralität und Offenheit. Zu diesem Zweck solle die NFDI eine führende Rolle beim Aufbau der European Open Science Cloud (EOSC) übernehmen.
hes