Umfallende Dominosteine werden von einer abgelaufenen Sanduhr aufgehalten.
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Karriere in der Wissenschaft
Was tut die Bundesregierung für mehr Dauerstellen?

Das BMFTR wurde zur Förderung von Dauerstellen in der Wissenschaft befragt. Die Antwort des Ministeriums liefert nur wenig Einsichten.

28.04.2026

Die Fraktion der Grünen im Bundestag hat sich in einer Kleinen Anfrage nach der Förderung von Dauerstellen in der Wissenschaft erkundigt. Die noch unveröffentlichte Antwort der Bundesregierung vom 23. April liegt Forschung & Lehre vor. Im Rahmen der Anfrage ging es auch um den aktuellen Stand der im Koalitionsvertrag angekündigten Mittelbaustrategie. In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung auf eine Ankündigung von vergangenem Sommer.

Keine Angaben zu Fortschritten bei der Mittelbaustrategie

Im August 2025 hatte das Forschungsministerium auf eine Frage der Grünen zur Mittelbaustrategie geantwortet, dass es plane, "die Wirkung der Projektförderung auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase" in einem ministeriumsinternen Prozess prüfen zu wollen. Die Ergebnisse sollen in eine Handreichung zur Förderung einfließen. Auch die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu Personalstrukturen von vergangenem Sommer würden "möglichst" und "in geeigneter Weise" berücksichtigt, hieß es damals. In ihrer Stellungnahme zum "Bundesbericht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase" (BuWik) hatte die Bundesregierung im September 2025 betont, dass es "problematisch" sei, dass promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Wissenschaftseinrichtungen in vielen Fällen befristet beschäftigt seien.

"Diese Konzept- und Tatenlosigkeit ist nicht hinnehmbar." Ayse Asar, forschungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Dass die Bundesregierung in den vergangenen sechs Monaten keine weiteren Erkenntnisse vorgelegt hat – die Grünen hatten nach konkreten Plänen und hinterlegten Mitteln gefragt – kritisiert die forschungspolitische Sprecherin der Grünen, Ayse Asar gegenüber Forschung & Lehre: "Die Bundesregierung hat bis heute kein tragfähiges Konzept zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Wissenschaftler*innen in der frühen Karrierephase vorgelegt." Sie schiebe so die Verantwortung für konkrete Maßnahmen auf die Länder und Wissenschaftseinrichtungen ab. "Diese Konzept- und Tatenlosigkeit ist nicht hinnehmbar. Wer den Innovationsstandort Deutschland stärken will, muss jetzt handeln", so Asar.

Keine Bewertung der Veränderungen bei Anzahl an Dauerbeschäftigten

Hinsichtlich des Beitrags des "Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken" zur Förderung von Dauerstellen an Hochschulen, dem Hauptinteresse der aktuellen Anfrage, antwortet das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vage. Zunächst bezögen sich die neuesten vorliegenden Zahlen auf das Jahr 2024. Explizit hervorgehoben wird nicht die Anzahl der Dauerbeschäftigten, sondern die Gesamtzahl des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals ohne Professorinnen und Professoren. Diese habe sich im Vergleich zum letzten Jahr vor dem Inkrafttreten des Zukunftsvertrags (2020) von 219.982 auf 232.318 Personen erhöht – ein Plus von 12.336 Personen. Die Anzahl des auf Dauer angestellten wissenschaftlichen und künstlerischen Personals lag laut Tabelle der Bundesregierung 2020 bei 44.767 und 2024 bei 52.501 Personen.

Diese Zahlen sind allerdings nicht allzu aussagekräftig, da es sich nicht um Vollzeitäquivalente handelt. Darüber hinaus beschreiben die Jahressummen nur den Saldo aus Zu- und Abgängen, worauf auch die Bundesregierung hinweist: Die reinen Zugänge ließen sich auf Basis der verfügbaren Daten nicht bestimmen. Der durchschnittliche Anteil unbefristet Beschäftigter sei aber zwischen 2018 und 2023, also der Endphase des vorher wirkenden Bund-Länder-Programms "Hochschulpakt 2020" und der Anlaufphase des Zukunftsvertrags, über alle Personalkategorien des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals um 4,5 Prozentpunkte angestiegen.

Die Bundesregierung nimmt den festgestellten Anstieg allerdings nicht zum Anlass für eine Bewertung, sondern verweist auf die anstehende Evaluation des Zukunftsvertrags durch den Wissenschaftsrat. Die Ergebnisse dieser 2025 begonnenen Evaluation würden gemäß der aktuellen Planung im Sommer 2026 vorliegen. Aktuell seien der Bundesregierung keine zur Veröffentlichung freigegebenen Zwischenergebnisse bekannt.

cpy