Zeitrafferdarstellung eines hellblau-lichtdurchfluteten Büroflurs.
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Tagung des Wissenschaftsrats
Wege aus dem Sanierungsstau

Auf WR-Einladung tauschten sich Verantwortliche aus Politik, Verwaltung, Hochschulen und Bauwirtschaft aus. Sie teilten Ideen zum schnellen Bauen.

09.07.2026

Es muss viel schneller gebaut und saniert werden, waren sich die Teilnehmenden der Tagung "Hochschulbau zukunftsfähig gestalten" einig, zu der der Wissenschaftsrat (WR) am 8. Juli nach Köln in die Räumlichkeiten der Fritz Thyssen Stiftung eingeladen hatte. Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, Hochschulen und Bauwirtschaft diskutierten Strategien und Erfolgsbeispiele. 

Alle Beteiligten müssten bei Planung, Genehmigung und Bau parallel und verzahnt zusammenarbeiten, forderte Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Das spare Prüfschleifen, Zeit und Geld. Ihr niedersächsischer Ministerkollege Falko Mohrs warb für mehr Flexibilität und langfristige Finanzierung. Professor Walther Rosenthal plädierte als Präsident der Hochschulrektorenkonferenz dafür, Hochschulen so viel Entscheidungsfreiheit und Verantwortung beim Bau zu geben wie möglich. Hierfür müssten die Hochschulen allerdings die notwendigen Kompetenzen haben oder aufbauen. 

Der Vorsitzende des WR, Professor Wolfgang Wick, empfiehlt einen Schulterschluss zwischen Bund und Ländern: "Bund, Länder und Hochschulen müssen Investitionen nicht als Kosten, sondern als langfristige Sicherung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit und nicht zuletzt Demokratiesicherung verstehen." 

Konsens unter den Teilnehmenden war: Hochschulen brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf und ausreichend große Labore und Hörsäle, sondern auch Räume für Begegnung, Austausch und Identifikation. 

Zehn Anforderungen an einen optimierten Bauprozess: 

  1. Es empfiehlt sich, Flächen sparsam mit Blick auf künftige Bedarfe und Unterhaltskosten, etwa durch Klimatisierung, zu planen.
  2. Es ist ratsam, Prioritäten zu setzen, Kooperationen zu suchen und Bestandsbauten klug zu nutzen.
  3. Als vorteilhaft hat sich erwiesen, Beispiele als modellhaftes Vorbild zu nutzen, bei denen die Dauer von Bauverfahren auf rund sechs Jahre verkürzt werden konnte.
  4. Klare Rollen, wenig Schnittstellen, professionelles Management sowie mehrjährige Budgetfreigaben sollten als zentrale Grundlagen der Best-Practices-Beispiele Nachahmung finden.
  5. Es gilt vorhandene Spielräume zu nutzen und Entscheidungen schnell zu treffen.
  6. Die Bestandserhaltung sollte gestärkt werden.
  7. Es ist empfehlenswert, die Funktionalität bei der Planung zu priorisieren.
  8. Öffentlich-private Partnerschaften können zusätzliche Mittel im Interesse der Hochschulen erschließen.
  9. Es ist förderlich, die Attraktivität von Stellen in Baubetrieben durch eine Anpassung des Tarifrechts zu stärken.
  10. Die späteren Nutzerinnen und Nutzer von Gebäuden sollten frühzeitig und strukturiert in Planung und Umsetzung eingebunden werden.

cva