Zerstörtes Universitätsgebäude am Gaza-Streifen
dpa

Studie Weltweit 12.700 Angriffe auf Bildung und Forschung

Eine internationale Studie hat die Entwicklung der freien Bildung untersucht. Angriffe auf das Hochschulwesen hat es demnach in 52 Ländern gegeben.

11.05.2018

Angriffe auf Bildung und Forschung scheinen weltweit zuzunehmen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der Organisation "Global Coalition to Protect Education From Attack" in ihrem Bericht zur Lage der Wissenschaftsfreiheit, über den "Insight Higher Ed" am Freitag berichtete.

12.700 Angriffe auf die Bildung hat es laut Studienergebnissen zwischen 2013 und 2017 gegeben. Diese zielten auf Schulen und Hochschulen sowie die dort Lehrenden und Lernenden. Insgesamt seien in den fünf Jahren 21.000 Menschen aus dem Bildungswesen weltweit verletzt worden. Die Autoren betonen dabei, wie schwer es sei, die Gesamtzahl der Angriffe auf Bildung und Forschung festzuhalten. Auch das Netzwerk Scholars at Risk (SAR) betont dies mit Blick auf ihren jährlichen "Free to think"-Bericht. Berufen können sich solche Organisation natürlich nur auf die ihnen bekannten Angriffe. Ein Trend zur Zunahme von Gewalt sei durch den Vergleich mit zurückliegenden Studien aber eindeutig nachweisbar, so die Autoren.

Angriffe auf das Hochschulwesen wurden für 52 Länder festgehalten. Die federführende Forscherin hinter der Studie Amy Kapit schilderte gegenüber "Insight Higher Ed", dass Hochschulen und Menschen sowohl durch flächendeckende Bombardierungen, Luftangriffe und andere bewaffnete Konflikte gefährdet seien, als auch durch gezielte Angriffe. 2017 erklärten etwa die pakistanischen Taliban einen Anschlag auf das "Agricultural Training Institute" in Pakistan für sich, bei dem mindesten neun Menschen starben und 37 weitere verletzt wurden, die meisten davon Studierende. Für 2015 listen die Autoren einen Anschlag auf das kenianische "Garissa University College", den die Miliz "al Shabaab" für sich deklarierte. 142 Studierende wurden getötet. Bei einem Angriff auf die "American University" in Afghanistan mussten in demselben Jahr 15 Menschen sterben.

Universitäten von Miliz in Beschlag genommen

Autorin Kapit sagte, dass "die gewalttätige Unterdrückung von Studierenden und Professoren sowie anderen Lehrkräften, die sich am Protest beteiligen", deutlich werde. Wir haben diese Tendenz in allen 28 Ländern festgestellt." Dabei bezieht sie sich auf die Staaten, in denen es im untersuchten Zeitraum mindestens 20 Angriffe auf die Hochschulen gegeben hat.

Ein weiterer Trend sei es laut Kapit, Universitätsgebäude für militärische Zwecke zu nutzen. "Es gab einige Fälle, in denen bewaffnete Gruppierungen Campus als Basislager genutzt haben", sagt sie. "Am deutlichsten war das an der 'Mosul University' im Irak durch den Islamischen Staat." Zu ähnlichen Zwecken seien auch einige Campus in Libyen genutzt worden. "Ich glaube, dass Menschen vor allem von der Zweckentfremdung von Schulen durch das Militär gehört haben. Über Universitäten ist das nicht so bekannt."

Die "Global Coalition to Protect Education from Attack" ist ein Zusammenschluss internationaler Nicht-Regierungsorganisationen für Bildung Menschenrechte, darunter "Cara" (Council for At-Risk Academics), Human Rights Watch, Unicef und Unesco.

kas