Das Bild zeigt Studierende und Fahrräder vor der Bibliothek der Universität Freiburg.
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Kommentar
Wendepunkte bei der Zahl an Studierenden

Der derzeitige Rückgang der Studienanfängerzahlen ist nur vorübergehender Natur. Nötige Investitionen dürfen deshalb nicht aufgeschoben werden.

Von Yvonne Dorf 02.10.2025

Die aktualisierte Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz klingt keineswegs düster: Der prognostizierte Rückgang der Studienanfängerzahlen und eine vorerst sinkende Zahl an Studierenden sind temporär, die langfristige Perspektive ist positiv – Wendepunkte zeichnen sich ab. 

Doch die neue Prognose wird weder im Bund noch in den Ländern als ein weiterer Weckruf verstanden. Eine vorausschauende und verantwortungsvolle Hochschulpolitik, die aus der Analyse ins "Doing" kommt, darf den kurzfristigen Einbruch nicht zum Anlass nehmen, dringend benötigte Investitionen immer weiter auf die lange Bank zu schieben. Handlungsbedarf besteht jetzt, denn ab 2027 wird der Andrang auf Studienplätze wieder steigen und bis dahin muss der Mitteleinsatz bereits Wirkung entfalten. 

Wer heute nicht vorbaut, riskiert in wenigen Jahren unzureichende Studien- und Lehrbedingungen. Das läuft auf zusätzlich fehlende Fachkräfte und einen weiteren Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit hinaus. 

Die aktuellen Streichlisten in den Bundesländern zeugen nicht von strategischer Weitsicht. Doch die braucht es, um das deutsche Hochschulsystem wetter- und zukunftsfest zu machen – baulich, personell und digital. Wendepunkte erfordern Weichenstellungen in die richtige Richtung.