Das Foto zeigt zwei Männer, die ein Messgerät installieren.
picture alliance/Panthermedia

DIHK Wirtschaft fordert mehr Einfluss auf Studiengestaltung

Vor dem Hintergrund des Mangels an Fachkräften hat der DIHK hochschulpolitische Leitlinien veröffentlicht. Die wichtigsten Forderungen.

13.04.2018

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat gefordert, die Wirtschaft stärker in die Gestaltung von Studienangeboten der Hochschulen einzubeziehen. Denn neun von zehn Absolventen von Hochschulen blieben nicht in der Wissenschaft, sondern gingen in die betriebliche Praxis. Auch sollen die Hochschulen verstärkt für das Thema "Unternehmertum" werben und entsprechende Kompetenzen bei den Studierenden fördern.

In den heute veröffentlichten "Hochschulpolitischen Leitlinien" weist der DIHK weiter darauf hin, dass die vergebliche Suche nach qualifiziertem Personal für eine wachsende Zahl von Unternehmen aktuell das größte wirtschaftliche Risiko darstelle. Besonders im mittleren Qualifikationssegment wachse die Fachkräftelücke stetig, während "das unverminderte Streben nach akademischen Abschlüssen" jährlich rund 500.000 Erstsemester an die Hochschulen führe. Um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken sei eine "umfassende und flächendeckende Berufsorientierung" insbesondere an Gymnasien notwendig.

Der DIHK fordert die Hochschulen dazu auf, ihre Studierenden bestmöglich auf den Übergang ins Arbeitsleben vorzubereiten. Die Wirtschaft brauche praxisnah qualifizierte Hochschulabsolventen, die sich schnell und flexibel in betriebliche Abläufe integrieren könnten.

Auch müsse die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung "konsequent" verbessert werden. Dadurch könnten Jugendlichen möglichst viele Qualifizierungswege eröffnet werden. Eine "flächendeckende Öffnung des Master-Zugangs für Absolventen der Höheren Berufsbildung" solle kein "Tabu" darstellen.

Auf Nachfrage von Forschung & Lehre unterstrich ein Sprecher des Deutschen Hochschulverbands (DHV), dass berufliche und akademische Bildung nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Um Begabungen individuell entfalten zu können, sei ein "Bildungsangebot der Vielfalt" erforderlich,  das Übergänge zwischen akademischer und beruflicher Bildung in beiderlei Richtungen offen halte. Aus Gründen der Qualitätssicherung könne auf den Nachweis der Eignung nicht verzichtet werden.  Im Hinblick auf den möglichen Studienerfolg müsse es aus Sicht des DHV daher den Hochschulen weiterhin vorbehalten bleiben, die Studienaufnahme von beruflich Qualifizierten an inhaltliche Voraussetzungen zu knüpfen.

gri