Das Foto zeigt die Bibliothek der Universität Hohenheim
dpa

Universität Hohenheim Zahl der Prüfungsabbrüche steigt erneut

Die Prüfungsabbrüche an der Universität Hohenheim hatten auch überregional für Aufsehen gesorgt. Nun gibt es weitere Erkenntnisse.

11.07.2018

Der Massenabbruch einer Klausur in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim in Stuttgart nimmt immer größere Dimensionen an: Die Zahl der Abbrüche bei der Prüfung im Mai erhöht sich von 48 auf 75 bei einer Gesamtzahl der Prüflinge von 244; zuvor war von insgesamt rund 200 die Rede gewesen.

Wie die Universität Hohenheim mitteilte, saßen sieben Stuttgarter Studierende der Wirtschaftsinformatik - einem Kooperationsstudiengang der Hochschulen Hohenheim und Stuttgart - mit im Hörsaal. Von diesen können fünf die Klausur wiederholen, weil der Abgang der zahlreichen Kommilitonen ihre Konzentration womöglich gestört hatte. Das entschied die Universität Stuttgart am Dienstag. Zwei weitere Stuttgarter Studenten brachen die Klausur ohne Attest ab. Zunächst hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" (Mittwoch) über die Ausweitung berichtet.

Zehn Klausuren waren anfangs nicht mitgezählt worden, weil bei ihnen der inzwischen nicht bestätigte Verdacht auf Abschreiben bestanden hatte. Ähnliches gilt für 27 Studierende mit Attesten, die nicht von einem aus Sicht der Universität dubiosen Arzt ausgestellt worden waren.

Von diesem Mediziner stammen 43 Atteste - sowohl am Tage der Prüfung als auch nachträglich ausgestellt. Deren Glaubwürdigkeit zweifelt die Universität an - ebenso wie 105 weitere Atteste von ihm, die Studenten bei mehreren Prüfungen zwischen dem 23. Mai und dem 25. Mai abgegeben hatten. Addiert man diese mit den zunächst 43 Fällen aus der Wirtschaftsklausur kommt man auf 148 auffällige ärztliche Bescheinigungen - von demselben Arzt innerhalb von drei Tagen. Die Universität vermutet hinter dem Abbruch der Studenten im zweiten und dritten Semester Prüfungsangst und nannte den Vorgang ein "völliges Novum".

dpa