Landtagswahlen
23 Organisationen rufen zum Schutz der Freiheit der Wissenschaft auf
Eine moderne, international kompetitive Wirtschaft und eine resiliente Demokratie benötigen freie Forschung. Das ist die Kernbotschaft des Positionspapiers "Freie Wissenschaft – Erfolgreiche Wirtschaft – Starkes Deutschland". 23 Wissenschafts- und Wirtschaftsorganisationen haben es am 2. September in Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht, wie die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) am gleichen Tag mitteilte.
"Deutschland braucht eine exzellente Wissenschaftslandschaft und starke innovative Unternehmen", so die Organisationen. "Gemeinsam bilden diese das Fundament für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität in Deutschland." Das Papier kritisiert, dass demokratiefeindliche Kräfte versuchten, Teile der Forschung zu delegitimieren und politisch einzuschränken. Darunter litten nicht nur die Freiheit der Wissenschaft und die Demokratie, sondern auch die Innovationsstärke Deutschlands. Die Organisationen fordern daher zum Schutz der Wissenschaftsfreiheit auf.
Beteiligt sind neben der DFG auch der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Hochschulrektorenkonferenz, der Wissenschaftsrat und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Die unterzeichnenden Organisationen sind Teil des Berliner Forschungsnetzwerks.
Bündnis betont Bedeutung von Investitionen und Internationalität
Investitionen in Hochschulen schaffen ökonomischen Mehrwert, hebt das Positionspapier hervor. Der volkswirtschaftliche Nutzen von Forschung sei messbar. Um wissenschaftliche Qualität zu sichern, sei zudem grenzüberschreitende Zusammenarbeit wichtig. Aktuell seien etwa 400.000 internationale Studierende und rund 70.000 wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Lehre, Forschung und Transfer beteiligt: "In internationalen Netzwerken entsteht wissenschaftlicher Fortschritt." Von der Zusammenarbeit profitierten die forschungsintensiven Branchen in Deutschland. "Fremdenfeindlichkeit darf auch deswegen in unserem Land keinen Platz haben."
Die unterzeichnenden Organisationen setzen sich explizit ein für:
- wissenschaftliche Maßstäbe;
- den Schutz von Forschung, Forschenden, wissenschaftlichen Methoden und Ergebnissen;
- die Stärkung der unabhängigen Begutachtungs- und Selbstverwaltungsstrukturen der Wissenschaft;
- die Förderung des Vertrauens in evidenzbasierte Erkenntnisse sowie
- den Schutz einer offenen Gesellschaft mit Willkommenskultur.
Am Positionspapier sind beteiligt
acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V.
AIF – Allianz für Industrie und Forschung
Alexander von Humboldt-Stiftung – AvH
BIO Deutschland
Bitkom e.V.
Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. – BPI
Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. – DAAD
Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. – DFG
Fraunhofer-Gesellschaft
German U15 e.V.
Hochschulrektorenkonferenz – HRK
Leibniz-Gemeinschaft
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Medizinischer Fakultätentag
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
TU9 – German Universities of Technology e.V.
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften e.V.
Verband der Chemischen Industrie e.V. – VCI
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. – VDMA
Wissenschaftsrat – WR
Zuse-Gemeinschaft
cpy