Das Foto zeigt Aleida und Jan Assmann.
Corinna Assmann

Auszeichnung des deutschen Buchhandels Aleida und Jan Assmann erhalten Friedenspreis

Das Wissenschaftler-Ehepaar Aleida und Jan Assmann forscht seit Jahrzehnten zur Erinnerungskultur. Nun erhalten sie eine der höchsten Ehrungen.

12.06.2018

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann erhalten den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2018 bekannt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 14. Oktober 2018, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Mit dem Preis werde ein Forscherpaar geehrt, das sich in seiner Arbeit "seit Jahrzehnten wechselseitig inspiriere und ergänze".

Forscherpaar Assmann: "Spannungsvolle und komplementäre Einheit"

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann greift der Preisbegründung zufolge mit ihren wissenschaftlich fundierten Studien engagiert die Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf. Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte "leiste sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation". Ihr Werk weise darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander sei.

Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann habe durch sein umfangreiches wissenschaftliches Werk internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leiste er einen "unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute".

"Aus dieser spannungsvollen, komplementären Einheit, die Aleida und Jan Assmann bilden, ist ein zweistimmiges Werk entstanden, das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist", heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

gri