Ukraine-Krieg
Deutsche und ukrainische Hochschulen arbeiten enger zusammen
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) will mit dem Programm Deutsch-Ukrainisches Hochschulnetzwerk die akademische Zusammenarbeit zwischen deutschen und ukrainischen Hochschulen stärken. Für eine vierjährige Förderung wurden 29 Kooperationsprojekte deutscher Hochschulen ausgewählt, die bis 2029 mit 24 Millionen Euro gefördert werden, meldete der DAAD am 30. April.
"Die deutschen Hochschulen stehen der Ukraine mit großem Engagement zur Seite. Die Zahl der Hochschulpartnerschaften ist trotz des Krieges auf über 340 gestiegen", erklärte der DAAD-Präsident Professor Joybrato Mukherjee in Bonn Ende letzten Jahres im Rahmen der Bekanntgabe des Programmvorhabens. Das Hochschulwesen in der Ukraine habe sich trotz der russischen Invasion als widerstandsfähig erwiesen. "Nun gilt es, diese Kooperationen zu stärken und ein solides und dauerhaftes Fundament für die deutsch-ukrainische Hochschulzusammenarbeit zu schaffen", kündigte er an.
Das internationale Hochschulnetzwerk solle den Wiederaufbau des ukrainischen Hochschulsektors unterstützen und dessen Integration in den Europäischen Hochschulraum fördern. An den Kooperationsprojekten der ausgewählten deutschen Hochschulen seien 47 ukrainische Universitäten beteiligt. Die Förderung der Projekte starte im Juli dieses Jahres. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln, die im Oktober 2024 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zugesagt wurden und unter der neuen Bundesregierung in die Verantwortung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fallen werden.
Mehr Zusammenarbeit, Kompetenzaufbau und Austausch
Das Programm bestehe aus zwei Teilen: In der Programmlinie Studium und Lehre fördere der DAAD binationale Kooperationen zur Entwicklung gemeinsamer Studiengänge, einschließlich Doppelabschlüssen, sowie gemeinsamer Lehr- und Lernmodule. Ein besonderer Fokus liege auf dem Austausch von Lehrenden und Studierenden, der kriegsbedingt oft virtuell erfolgt. Außerdem ist geplant, gemeinsame Alumninetzwerke der beteiligten Studiengänge aufzubauen. Für diese Linie stünden rund 800.000 Euro pro Projekt zur Verfügung.
In der Programmlinie Hochschulverwaltung und Internationalisierung fördere der DAAD Fortbildungsmaßnahmen für ukrainische Hochschulmitarbeitende, um die Internationalisierung und Integration ihrer Hochschulen in den Europäischen Hochschulraum voranzutreiben. Für diese Linie seien rund 400.000 Euro pro Projekt einsetzbar.
Zu den ausgewählten 29 deutschen Hochschulen für das Deutsch-Ukrainische Hochschulnetzwerk gehören dem DAAD zufolge die Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin), die Technischen Universitäten in Chemnitz, Clausthal und Cottbus-Senftenberg, die Fachhochschule Dortmund, die Europa-Universität Viadrina (Frankfurt Oder), die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Medizinische Hochschule Hannover, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität Konstanz, die Universität des Saarlandes sowie die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth.
Schwerpunkt Ukraine-Krieg
Die Ukraine befindet sich im Krieg. Seit dem 24. Februar 2022 verteidigt sich das Land gegen massive Angriffe aus Russland. In unserem Themenschwerpunkt Ukraine-Krieg finden Sie Artikel über Hintergründe, Entwicklungen sowie Folgen für die Wissenschaft.
cva