Kommentar
Deutschland braucht eine gelebte Willkommenskultur
Das Zahlenwerk glänzt, darf aber nicht blenden. Deutschland ist ein Magnet für internationale Studierende und Forschende. Diese Kernbotschaft geht von der neuen Ausgabe von "Wissenschaft weltoffen" aus. Auf klugen internationalen Köpfen ruhen zu Recht große Hoffnungen im Kampf gegen den sich sektorenübergreifend abzeichnenden Fachkräftemangel – vor allem in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereichen.
Von Weltoffenheit profitieren Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen. Eine kluge Politik, die verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen schafft, Zuwanderungshürden abbaut oder auch rasch für bessere, vor allem berechenbare Karrierewege auf und neben der Professur sorgt, bleibt wichtig, wird es allein aber nicht richten können.
Ohne eine breit getragene und gelebte Willkommenskultur wird es nicht gelingen, international anziehend zu bleiben. Inwieweit es zu tektonischen politischen Verschiebungen kommt, werden möglicherweise schon die anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeigen.
Internationale Studierende und Forschende sind nicht nur Gäste, für das Land der Dichter, Denker und Tüftler sind sie ein Schatz. Jede und jeder Einzelne sollte willkommen sein.