Jahresversammlung
HRK fordert sichere Hochschulfinanzierung und Autonomie
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) berät in ihrer Jahresversammlung am 27. und 28. April an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Bauhaus-Universität Weimar in verschiedenen Gremien über aktuelle Fragen der deutschen und europäischen Hochschulpolitik. Ehrengast ist der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen Mario Voigt.
Wie die HRK in einer Pressemitteilung unterrichtete, rief Präsident Professor Walter Rosenthal in seiner Begrüßung dazu auf, die Rolle der Hochschulen in der demokratischen Gesellschaft angesichts zahlreicher Herausforderungen entschlossen zu stärken. Bund und Länder müssten jetzt insbesondere durch eine strukturelle Absicherung der Hochschulfinanzierung und die Gewährleistung der institutionellen Autonomie dazu beitragen. Es gehe darum, als Hochschulen auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Voigt habe in seinem Grußwort die Bedeutung der Hochschulen als „zentrale Motoren für Innovation und Zukunftsfähigkeit“ betont. Der gegenwärtige Wandel in der Hochschullandschaft müsse mit Mut gestaltet werden – durch klare Profile, mehr Zusammenarbeit und verlässliche Rahmenbedingungen von Bund und Ländern.
Wissenschaftsfreiheit und Demokratie schützen
Rosenthal hob hervor, dass Wissenschaftsfreiheit und Demokratie nicht als gegeben angesehen werden könnten. Dies führten aktuelle Entwicklungen weltweit vor Augen. "Resiliente Hochschulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Diskursräume aktiv sichern, Konflikte nicht ignorieren oder vermeiden, sondern verarbeiten können. Und dass sie ihre Kernaufgaben für diese freiheitliche Gesellschaft unbeirrt erfüllen: freie Forschung, kritische Lehre und offene Debatte", so Rosenthal.
"Resiliente Hochschulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Diskursräume aktiv sichern, Konflikte nicht ignorieren oder vermeiden, sondern verarbeiten können."
HRK-Präsident Professor Walter Rosenthal
Wo wissenschaftsfeindliche, diskriminierende oder antidemokratische Positionen den akademischen Diskursraum und die Regeln der Wissenschaft selbst infrage stellten, müsse eine Grenze gezogen werden, erklärte Rosenthal. Der HRK-Präsident ermutigte zudem alle Hochschulangehörigen, aktiver und vernehmlicher Haltung zu zeigen für Rechtsstaatlichkeit, demokratische Prinzipien, Wissenschaftsfreiheit und die Hochschulautonomie.
Nach Wiederwahl: Rosenthal benennt zukünftige Schwerpunkte
Wie die HRK am 28. April mitteilte, ist Rosenthal durch die Mitgliederversammlung für weitere drei Jahre als Präsident bestätigt worden. Er sei von der Findungskommission als alleiniger Kandidat vorgeschlagen worden. Der Mediziner und ehemalige Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist seit 2023 HRK-Präsident. Zuvor hatte er dem Präsidium seit Dezember 2021 als Vizepräsident für Forschung, wissenschaftliche Karrierewege und Transfer angehört.
"In Studium und Lehre, Forschung, Entwicklung und Transfer entstehen Wissen, Kompetenzen und innovative Lösungen für zentrale Zukunftsfelder", erläuterte Rosenthal laut Pressemitteilung anlässlich seiner Wiederwahl. Er habe gegenüber der Mitgliederversammlung seinen Dank und seine Freude auf sein weiteres Engagement zum Ausdruck gebracht.
Als besondere Schwerpunkte seiner zweiten Amtszeit sehe er
- die Resilienz des Hochschulsystems,
- die Weiterentwicklung von Hochschulstrukturen und -profilen in Zeiten des Sparens und
- die weitere Ausgestaltung attraktiver Karrierewege in der Wissenschaft.
Darüber hinaus werde sich die HRK beharrlich für wissenschaftsfreundliche Regelungen einsetzen,
- beispielsweise im aktuell auf Bundesebene verhandelten Innovationsfreiheitsgesetz,
- in der EU-Gesetzgebung zum Europäischen Forschungsraum,
- in der Forschungssicherheit oder
- der Sicherheitsforschung.
Mit Blick auf die HRK habe Rosenthal die Diskussionskultur und Konsensfähigkeit der Mitgliederorganisation betont. Die Vielfalt der Hochschulen sei Herausforderung und große Stärke zugleich. "Als Präsident werde ich mich weiter dafür einsetzen, dass wir in der HRK alle Themen diskutieren und uns dabei auch strittigen Fragen offen stellen", sagte Rosenthal. Entscheidend sei, am Ende zu gemeinsamen Positionen zu finden und für den gemeinsamen Erfolg geschlossen aufzutreten.
cva