Bild einer staubigen Straße, auf der ein Bildschirm steht.
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Iran-Krieg
Krieg trifft auch Hochschulen im Nahen Osten

Das Rechenzentrum der Scharif-Universität wurde bei Angriffen der USA und Israels zerstört. Die USA warnen vor Attacken auf libanesische Hochschulen.

07.04.2026

In Teheran ist iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule bombardiert worden. Das geht aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom 6. April hervor. Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Scharif-Universität getroffen worden, berichtete demzufolge die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Die Universität bestätigte die nächtlichen Angriffe, bei denen das Rechenzentrum zerstört wurde, auf ihrem Telegram-Kanal. Dieses wurde demnach von Professoren, Studierenden und Start-ups für die Speicherung von Daten, für Onlinedienste und Rechenleistung sowie für Simulationen genutzt. Todesopfer habe es nicht gegeben.

Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden. Wie die dpa am 3. April mit Bezug auf die Nachrichtenagentur Tasnim mitteilte, wurden das medizinische Forschungsinstitut und das Laborgebäude der Beheschti-Universität fast vollständig zerstört. Zudem sei auch das Studentenwohnheim auf dem Universitätsgelände stark beschädigt worden. Zu möglichen Opfern gebe es vorerst keine Angaben, hieß es bei Tasnim weiter.

Unverständnis für Angriffe auf iranische Universitäten

Die Angriffe auf Universitäten wurden stark kritisiert. Die Geschäftsführerin von Amnesty International in Österreich, Shoura Hashemi, schrieb auf der Plattform X, dass die Auswirkungen derartiger Angriffe auf das kollektive Bewusstsein der iranischen Gesellschaft unterschätzt würden, schrieb Shoura Hashemi. „Egal, wo die Menschen politisch stehen, links, rechts, Mitte, säkular, religiös, was auch immer, alle sind schockiert über die Angriffe auf Unis, die noch dazu Zentren des Widerstands sind“, betonte sie.

Der Präsident der Scharif-Universität Professor Massud Tadschrischi verurteilte den Luftangriff scharf. „Die Scharif-Universität ist eine wissenschaftliche Einrichtung, deren Aufgabe im Bereich der Kultur und Verbreitung von Wissen liegt“, zitierte ihn die Staatsagentur Irna.

Die Scharif-Universität für Technologie gilt als eine der renommiertesten Hochschulen im Iran. Eine ihrer Absolventinnen, die Mathematikerin und spätere Stanford-Professorin Maryam Mirzakhani, wurde 2014 mit der Fields-Medaille ausgezeichnet.

Warnung vor Angriffen auf Universitäten im Libanon

Laut dpa-Bericht vom 3. April warnte die US-Botschaft in Beirut wiederum vor möglichen Angriffen des Irans und verbündeter terroristischer Milizen auf Universitäten im Libanon. Der Iran habe insbesondere gegenüber amerikanischen Universitäten im Nahen Osten Drohungen ausgesprochen, schrieb die Botschaft in einer Sicherheitswarnung.

In der Mitteilung der US-Botschaft hieß es, das US-Außenministerium lege Amerikanerinnen und Amerikanern, die sich im Libanon befinden, dringend nahe, das Land zu verlassen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Angriffe etwa mit Drohnen und Raketen kämen überall im Land vor, insbesondere im Süden, in der Bekaa-Ebene und in Teilen Beiruts.

Hintergrund Iran-Krieg

Am 28. Februar 2026 haben Israel und die USA einen neuen Krieg gegen den Iran begonnen. Die Islamische Republik reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in mehreren Golfstaaten.

Wenige Tage zuvor hatten die USA und der Iran noch indirekt über das umstrittene Atomprogramm des Landes verhandelt. Für eine Einigung hatte US-Präsident Donald Trump Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gestellt – und auch mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden.

Ein israelischer Militärvertreter hatte zu den Gründen des Angriffs gesagt, die iranische Führung habe zuletzt massiv die Produktion ballistischer Raketen beschleunigt und verdeckt an ihrem Atomprogramm gearbeitet. Gleichzeitig finanziere sie Stellvertreter wie die Hisbollah mit Hunderten Millionen Dollar, um Israel zu bedrohen. Ein weiteres Abwarten sei daher keine Option gewesen, da die Bedrohung sonst sowohl quantitativ als auch qualitativ gewachsen wäre.

Im Iran und Libanon, in Israel und mehreren Golfstaaten bestimmen seither Raketenangriffe, Zerstörung und große Unsicherheit den Alltag.

dpa/hae