Ermittlungsverfahren
Morddrohungen gegen Marburger Forscherin
Nach Drohungen gegen eine Wissenschaftlerin der Philipps-Universität Marburg ermitteln die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Es gibt insgesamt zwei Ermittlungsverfahren des Staatsschutzes wegen Bedrohung und Sachbeschädigung, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Bezug auf eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Es gehe um zwei Schriftzüge, die in zwei Herrentoiletten in zwei unterschiedlichen Gebäuden der Universität hinterlassen worden seien. Zum Inhalt machte die Sprecherin keine Angaben.
Drohungen sind "Angriff auf Freiheit der Wissenschaft"
Der Präsident der Philipps-Universität, Professor Thomas Nauss, sprach in einer Stellungnahme auf der Homepage von "dehumanisierenden Morddrohungen gegen eine Wissenschaftlerin". Gewaltandrohungen gegen ein Hochschulmitglied seien verwerflich. "Sie sind nicht nur ein Angriff auf einen Menschen, sondern auf unsere gesamte Universitätsgemeinschaft und auf die Freiheit der Wissenschaft", so Nauss.
Man stehe fest an der Seite der Kollegin und ihres Teams und unterstütze sie vollumfänglich. "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir weichen nicht zurück", hieß es in der Stellungnahme. Nauss verwies darin auch auf wiederholte "wissenschaftsfeindliche und antifeministische Angriffe" auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität in den vergangenen Jahren.
"Drohungen und Gewalt dürfen nicht zu unserem Leben an der Universität gehören." Professor Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität
Die Universität sei ein Ort des Austauschs von Wissen und Ideen, so Nauss. Sie stehe für "Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung, geteilte demokratische Werte und das gemeinsame Ziel, die Welt von morgen positiv zu gestalten". Wer dieses Fundament angreife, stehe außerhalb dieser Gemeinschaft. "Drohungen und Gewalt dürfen nicht zu unserem Leben an der Universität gehören und werden es auch nicht bestimmen. Dafür werden wir Sorge tragen", erklärte der Hochschulpräsident. Zuvor hatte hessenschau.de über das Thema berichtet.
dpa/cpy