Das Bild zeigt eine Frau, die einen Spagat zwischen einer Wand und einem Treppengeländer macht.
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Kommentar
Kommunizieren als Spagatakt

Laut Wissenschaftsbarometer 2025 bestehen hohe Erwartungen an die Wissenschaft. Was Wissenschaftskommunikation leisten kann – und was nicht.

Von Yvonne Dorf 01.12.2025

Gute Wissenschaftskommunikation kann zur Versachlichung hitziger Debatten beitragen. Diese mutmachende Einsicht vermittelt das diesjährige "Wissenschaftsbarometer". Demnach sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufmerksam und kritisch sein, aber keineswegs zu oberlehrerhaft auftreten.

Dass ein solcher Spagat zuweilen der Quadratur des Kreises gleichkommt und nicht immer leichtfällt, liegt in der Natur der Sache. Gelingen kann dieser Balanceakt jedoch, wenn sich alle Beteiligten vor Augen halten: Wissenschaft ist nicht beliebig, sondern beruht auf nach strengen Rationalitätskriterien gewonnenen Erkenntnissen. Sie spricht in der Regel auch nicht mit einer Stimme, sondern ist ein vielstimmiger Chor. 

Die für Wissenschaft kon­stitutive Fächerbreite sorgt für unterschiedliche Blickwinkel und Perspektivenvielfalt, auf denen eine vernunftgeleitete Politik aufbauen kann und sollte. Umgekehrt gilt freilich auch: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können politische Abwägungsprozesse anregen und anstoßen, aber keinesfalls ersetzen. 

Wissenschaft sollte sachlich präsent und erklärend, aber weder parteipolitisch noch moralisierend sein. Auch in der Wissenschaftskommunikation macht letztlich der Ton die Musik.