Protest
Studierendenaktion gegen Hitze auf dem Campus
Mit Bademänteln und einer symbolischen Außensauna haben Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) gegen die Hitzebelastung protestiert. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 14. Juli berichtete, versammelten sich die Protestierenden unter dem Motto "Saunieren statt Studieren" vor der Mensa am Campus Alt-Saarbrücken.
Das Referat für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) hatte demnach mit den Fachschaften Sozialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften zur Aktion aufgerufen. Mit einem symbolischen Saunaaufguss wollten die Studierenden zeigen, wie stark sich versiegelte Flächen und Hochschulgebäude aufheizen.
Hochschulleitung unterstützt den Protest
"Die Klimakrise ist längst auf unserem Campus angekommen", sagte AStA-Referentin Ronja Wachall der dpa. Studierende säßen in überhitzten Seminarräumen, Bibliotheken und Lernräumen. "Hitzeschutz ist keine Komfortfrage oder Luxus, sondern eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und gesundes Arbeiten."
Unterstützung kam laut Bericht von der Hochschulleitung. "Wir sitzen alle in derselben Sauna, im selben Boot – natürlich bildlich gesprochen", sagte HTW-Präsident Professor Dieter Leonhard. Es gebe bei dem Thema keinen Dissens zwischen Studierenden, Beschäftigten, Professorinnen, Professoren und Präsidium.
Das Thema Hitze sei bei öffentlichen Gebäuden bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden, erklärte Leonhard. Bei Neubauten müsse der Schutz vor hohen Temperaturen künftig stärker eingeplant werden. Im Gebäudebestand könnten Veränderungen dagegen nicht sofort umgesetzt werden.
Maßnahmen der HTW von Hybridlehre bis Kühlinseln
"Dass wir das langfristig in den Blick nehmen müssen, ist aus vielfacher gesellschaftlicher Perspektive eine zwingende Notwendigkeit", meinte der HTW-Präsident. Er gab gegenüber der dpa an, die Hochschule habe erste Maßnahmen ergriffen. Beschäftigte könnten bei großer Hitze beispielsweise verstärkt im Homeoffice arbeiten. Für Fakultäten sei zudem möglich, häufiger Online- oder Hybridlehre anzubieten.
Daneben wolle die Hochschule eine knapp dreistellige Zahl von Standventilatoren beschaffen. Gemeinsam mit Studierenden solle außerdem geprüft werden, ob klimatisierte Räume als zeitweise "Kühlinseln" genutzt werden könnten.
Die Studierenden forderten kurzfristig leichteren Zugang zu klimatisierten Räumen, zusätzliche Trinkwasserspender, Ventilatoren und mehr beschattete Lern- und Aufenthaltsbereiche. Langfristig solle die HTW einen verbindlichen Hitzeschutzplan erarbeiten. Dazu zählen die Entsiegelung stark aufgeheizter Flächen, mehr Bäume, Begrünung und Schattenplätze, Außenwasserspender sowie eine klimaresiliente Umgestaltung des Campus und seiner Gebäude.
dpa/hae