Flatterband an der Tür des TU-Hauptgebäudes
picture alliance/dpa | Annette Riedl

TU Berlin
Taskforce soll Lösungen erarbeiten

Die baulichen Mängel am Hauptgebäude der TU Berlin werden von einer Arbeitsgruppe untersucht. Czyborra hofft auf relativ schnelle Wiedereröffnung.

13.05.2026

Nach der Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität (TU) Berlin am 9. Mai aufgrund erheblicher Baumängel, hofft die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) auf eine "relativ schnelle" Wiederöffnung des Gebäudes. In der Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Landes am 18. Mai erklärte sie, dass die TU aus der Schnellbauinitiative des Bundes kurzfristig 20 Millionen Euro erhalte, um die drängendsten Maßnahmen einleiten zu können. Die TU könne diesen "Topf" aus Rücklagen aufstocken. Gleichzeitig betonte Czyborra: "Was noch viel wichtiger ist als Geld, das sind qualifizierte Leute, die an der Abarbeitung der Mängel mithelfen." In der Vergangenheit habe ein Problem gerade darin gelegen, nicht über ausreichend Personal zu verfügen, um Baumängel schnell zu beseitigen.

An der TU sucht eine Taskforce aktuell nach Lösungen. Sie besteht laut Angaben des Berliner Bausenators Christian Gaebler (SPD) aus Angehörigen der TU, der Wissenschafts- sowie der Bauverwaltung. Ziel sei es, sagte er bei einer Pressekonferenz am 12. Mai, sehr schnell einen Maßnahmenplan zu erarbeiten und festzustellen, mit welchen Mitteln und in welchen Schritten eine komplette oder eine teilweise Öffnung des Gebäudes ermöglicht werden könne.

In der Abendschau des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) konkretisierte TU-Präsidentin Professorin Fatma Deniz am selben Tag, wo die Baumängel liegen. Demnach entspreche das Gebäude nicht den aktuellen Brandschutzanforderungen. Bei der Begehung am 8. Mai sei im Keller festgestellt worden, dass Brandschutztüren nicht intakt, die elektrische Versorgung der Sicherheitsbeleuchtung sowie die Löschwasserversorgung mangelhaft sind.

Deniz betonte beim rbb, dass ihr Blick sich zunächst auf die unmittelbaren Lösungen richte. Am Wochenende nach der Schließung sei es vor allem um die Verlegung der Lehrveranstaltungen gegangen. Nun müssten alternative Arbeitsräume für kritische Einrichtungen der Verwaltung mit Sitz im Hauptgebäude geschaffen werden, darunter die Personal- und Finanzabteilung. Für Studierende denke man darüber nach, Zelte aufzustellen, die möglicherweise von Sponsoren finanziert werden könnten. Czyborra betonte im Wissenschaftsausschuss am 18. Mai, dass es bereits einige Hilfsangebote von anderen Berliner Hochschulen sowie Unternehmen gebe, die kurzfristig Räumlichkeiten bereitstellen könnten.

Ob das Hauptgebäude noch im laufenden Semester wieder in Betrieb genommen werden kann, konnte die Senatorin nicht versprechen. "Da wir noch keine Gesamtübersicht über die Mängel haben, insbesondere keine Kategorisierung nach Mängeln, die betriebsgefährdend sind, ist das schwer zu beantworten", sagte sie. Sie hoffe auf Solidarität mit der TU, sodass die Vergabe von Aufträgen schnell erfolgen könne.

Erneute Kritik an der TU

Bausenator Gaebler erneuerte im Rahmen der Pressekonferenz am 12. Mai die Kritik an der TU, die Wissenschaftssenatorin Czyborra zuvor geäußert hatte. Das Problem sei, dass die Hochschule Sanierungen aufgeschoben habe. Ziel sei ein Neubau oder eine Grundsanierung gewesen. Diese erscheine auf den ersten Blick nachhaltig, "ist es aber nicht. Dass man zwischendurch auch mal Teilsanierungen machen muss, um eben Havarien zu vermeiden oder auch wie jetzt eine Sperrung durch die Bauaufsicht, das hätte eigentlich auch in der TU-Bauabteilung präsent sein müssen."

Auf die Kritik angesprochen verwies Deniz im rbb darauf, dass die finanziellen Rücklagen der Universität unter anderem verwendet werden müssten, um die jüngsten Kürzungen des Landes Berlin an den Hochschulen auszugleichen.

Abhilfe könnte es bald geben. Laut Gaebler wird Anfang Juni ein neues Forschungsgebäude für das Interdisziplinäre Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) an die TU übergeben, das für Entlastung sorgen könnte. Anschließend müsse geklärt werden, wie mittelfristige Sanierungsmaßnahmen möglichst schnell auf den Weg gebracht werden.

Hintergrund

Am 8. Mai waren erhebliche Baumängel im Hauptgebäude der TU festgestellt worden, woraufhin das Gebäude geschlossen werden musste. Mitarbeitende und Studierende konnten am 11. Mai noch persönliche Dinge aus den Räumlichkeiten abholen.

Im Anschluss an die Schließung kritisierte Czyborra die Universität für ausbleibende Instandhaltungen und Sanierungen. Darauf reagierten Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft mit scharfer Kritik am politischen Umgang mit der Situation und den finanziellen Kürzungen des Landes.

aktualisiert am 19. Mai um 12:40 Uhr [Ergänzung Erläuterungen von Ina Czyborra im Wissenschaftsausschuss am 18.5.26]; erstmals veröffentlicht am 13. Mai

hae