Das Foto zeigt den Kunsthistoriker Professor Wolfgang Kemp
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Sprache Wolfgang Kemp erhält Sigmund-Freud-Preis

Für seine herausragende Formulierungskunst in Essays, Artikeln und Büchern wird der Kunsthistoriker Wolfgang Kemp ausgezeichnet.

12.07.2018

Der Kunsthistoriker Professor Wolfgang Kemp erhält den diesjährigen Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

In ihrer Begründung würdigt die Jury das breite Themenspektrum seines Werks, seine Erzählkunst und seine Fähigkeit, mit seinen Essays immer wieder neue Themen zu setzen. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 27. Oktober zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis in Darmstadt verliehen. Für Kemp ist der Sigmund-Freud-Preis bereits die zweite bedeutende Auszeichnung in diesem Jahr. Erst im Juni hatte die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) dem Kunsthistoriker ihren Kulturpreis zuerkannt.

Wolfgang Kemps Werk umfasst laut Jury ein staunenswert breites Themenspektrum von der mittelalterlichen Glasmalerei bis zur Gegenwartskunst und von der Fotografie bis zum japanischen Holzschnitt, heißt es in der Begründung der Jury. Dem Kunsthistoriker gelinge es, mit großer stilistischer Sicherheit dem Leser komplexe Werke der Bildenden Kunst in einer anschaulichen, begriffsklaren, theoretisch durchdachten und ästhetisch sensiblen Prosa zu erschließen. Zugleich sei Kemp ein vorzüglicher Erzähler; wie er in seiner großen Biographie John Ruskins ein Epochenpanorama des viktorianischen England zeichne, so werfe er in mit Witz und Ironie erzählten Geschichten aufschlussreiche Schlaglichter auf den Kunstbetrieb der Gegenwart. Wolfgang Kemp sei auch ein glänzender Essayist, der immer wieder neue Themen setzt.

Wolfgang Kemp, Jahrgang 1946, war Professor für Kunstgeschichte in Kassel, Marburg und Hamburg. Seit seiner Emeritierung im Jahre 2011 lehrt er als Gastprofessor für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität Lüneburg. Weitere Gastprofessuren führten ihn u. a. an die Harvard University, das Wissenschaftskolleg Berlin und das Getty Research Center in Los Angeles. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen schreibt er regelmäßig für "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Süddeutsche Zeitung", "Zeit" und "Merkur". Auch in "Forschung & Lehre" sind Beiträge von ihm erschienen. Zuletzt ist von ihm in Buchform erschienen die "Geschichte der Fotografie. Von Daguerre bis Gursky" (2011).

Der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa wird seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Preisträger vergangener Jahre waren unter anderem Hannah Arendt, Ernst Bloch, Jürgen Habermas und Ralf Dahrendorf. Der Preis wird von der ENTEGA Stiftung gefördert.

gri