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12 | Dezember 2017 Artikel versenden Artikel drucken

US-amerikanische und britische Universitäten investieren in Steueroasen

Mehr als hundert US-amerikanische Universitäten sowie die Universitäten Cambridge und Oxford haben Milliardensummen in Offshore-Firmen vor allem auf den Kaimaninseln (Cayman Islands) investiert. Damit wollen sie Steuerzahlungen umgehen. Das berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ unter Berufung auf die britische Zeitung „Guardian“. Dieser gehört zu dem „Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten“ (ICIJ) die die aktuell diskutierten „Paradise Papers“ veröffentlicht haben. Demnach hätten die Universitäten auch Hedgefonds genutzt, die in Öl- und Gasfirmen investierten. Das stehe im Widerspruch zu den Leitbildern vieler der betreffenden Universitäten, in denen sie sich dem Engagement gegen den Klimawandel verschrieben hätten. Aus den „Paradise Papers“ geht laut dem Bericht des „Tagesspiegels“ hervor, dass die Universitäten Princeton, Stanford und Columbia auf den Kaimaninseln, einem britischen Übersee-Territorium, investierten. Dazu gehörten auch staatliche Universitäten wie die Rutgers University oder die Ohio State University. 104 Hochschulen würden in den Papieren genannt. Mehr als 100 Milliarden Dollar (85 Milliarden Euro) könnten sie laut Bericht in Steueroasen geparkt haben. Die Universität Oxford habe 2014 rund 40 Millionen Pfund (45 Millionen Euro) in einen auf den Kaimaninseln beheimateten Fonds fließen lassen. Ein anderer auch von der Universität Cambridge genutzter Fonds ist eng mit dem Shell-Ölkonzern verbunden. Beide Universitäten stehen laut „Tagesspiegel“ schon seit Längerem unter Druck, keine Geschäfte mehr mit fossilen Brennstoffen zu machen. So unterzeichneten im Jahr 2016 hunderte Wissenschaftler aus Oxford und Cambridge einen offenen Brief, der zu einer „ethischen Investmentpolitik“ aufrief, die sich an den „Bedürfnissen der Zukunft des Planeten“ orientiere.


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